21.12.1992

Rührstück aus dem Regenwald

Wieder einmal sind der Regenwald und die letzten freien Amazonasvölker in Gefahr, und diesmal mit allem Aufwand, den Hollywood sich leisten kann. In dem Film "Ein Pfeil in den Himmel" (jetzt in deutschen Kinos) spielen Tom Berenger und Tom Waits zwei verkommene Buschpiloten, die es übernehmen, einem Stamm von Eingeborenen mit Brandbomben "den Arsch abzufackeln", damit die Verwüstung fortschreiten kann, während Daryl Hannah, Kathy Bates, John Lithgow und Aidan Quinn als Missionare darüber streiten, ob Glasperlen oder Büstenhalter für die Rettung der armen Heidenseelen wichtiger seien. So zeigt der Film, von Hector Babenco für 36 Millionen Dollar im brasilianischen Dschungel inszeniert, mit seiner aufdringlich guten Gesinnung vor allem, wie sich die Repräsentanten der weißen Rasse vor einer Horde nackter Wilder lächerlich machen, und schafft es zum Schluß, einen kleinen Völkermord als großes melodramatisches Spektakel abzufeiern.

DER SPIEGEL 52/1992
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