21.12.1992

Erdgesicht vom Asteroiden

Ein kosmischer Gesteinsbrocken von 20 Kilometern Durchmesser, der vor 250 Millionen Jahren auf die Erde stürzte, hat nach Ansicht von US-Forschern durch seinen Aufprall die heutige Gestalt der Kontinente auf der Südhalbkugel bestimmt. Den Abdruck des Asteroiden, der mit einer Geschwindigkeit von rund einer Million Kilometer pro Stunde aufgeschlagen sein mußte, entdeckten der Geowissenschaftler Michael Rampino von der New York University und der Nasa-Forscher Verne Oberbeck in der Nähe der Falklandinseln: einen unterseeischen Krater, dessen Durchmesser mehr als 300 Kilometer beträgt. Der gewaltige Aufprall, bei dem der Energieinhalt von umgerechnet einer Million Wasserstoffbomben freigesetzt wurde, habe zugleich bewirkt, so erklärten Rampino und Oberbeck vorletzte Woche auf dem Kongreß der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung, daß Schockwellen durch den südlichen Teil des damals noch zusammenhängenden Urkontinents Gondwana rasten und diesen durch tiefe Risse in tortenstückförmige Landmassen teilten. Auf diese Weise hätten sich die Bruchstellen gebildet, an denen Gondwana 100 Millionen Jahre später wiederum zu den Bruchstücken Südamerika, Afrika, Australien und Antarktis auseinanderdriftete.
[Grafiktext]
_207a Auseinanderdriften der Kontinente durch vermuteten
_____ Asteroiden-Aufprall
_____ / Schematische Darstellung d. Erde vor 200- und vor 150
Millionen
_____ Jahren
[GrafiktextEnde]

DER SPIEGEL 52/1992
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