21.12.1992

Kontaktfreie Augendiagnose

Ein koffergroßes Gerät, das eine kontaktlose Aufzeichnung der Augenbewegungen um ihre drei Achsen und damit eine verbesserte medizinische Diagnostik etwa bei Gleichgewichtserkrankungen und auf dem Gebiet der Augenheilkunde ermöglicht, hat der Verhaltensphysiologe und Elektroniker Winfried Teiwes, 32, im Rahmen seiner Doktorarbeit an der TU-Berlin entwickelt. Der sogenannte VOG-Koffer ("Video-Okulographie") enthält eine speziell für diese Aufgabe entwickelte Videokamera samt anschließender digitaler Bildverarbeitung. Bislang waren solche Aufzeichnungen nur an fest installierten Apparaturen möglich, die zudem in direkten Kontakt mit der Augenoberfläche gebracht werden mußten. Mit dem neuen Gerät hoffen die Wissenschaftler, bessere Einsicht in die Verarbeitungsvorgänge des menschlichen Gehirns zu gewinnen, aber auch bei der Gestaltung von ergonomisch günstigen Cockpits in Flugzeugen und Autos soll das Gerät einsetzbar sein. Anfang Dezember wurde Teiwes für diese herausragende Dissertation mit dem Joachim-Tiburtius-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet - der Geehrte ist seit Mai ans Massachusetts Institute of Technology bei Boston abgewandert.

DER SPIEGEL 52/1992
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