21.12.1992

Dan Quayle,

45, scheidender US-Vizepräsident, erhielt dieser Tage ein spöttisches Lebewohl. Der wegen seiner rechtschaffen blöden Äußerungen (nach einer Tour durch Lateinamerika bedauerte er, "in der Schule nicht besser Latein gelernt zu haben") häufig verlachte Politiker war seit 1989 von dem extra gegründeten The Quayle Quarterly begleitet worden. Das Vierteljahresmagazin, eine Art gehobene Bierzeitung, notierte gnadenlos die zahlreichen sprachlichen Dummheiten des Politikers. Jetzt wurde das Spott-Heft, das zeitweilig eine Auflage von 16 000 Exemplaren erreichte, von seinen Erfindern stilgerecht begraben. Ein vor dem Grabstein (Aufschrift: "R. I. P. The Quayle Quarterly 1989 - 1993") aus Kartoffeln aufgeschütteter Grabhügel erinnert dabei an einen der letzten großen Ausrutscher Quayles. Der Vizepräsident hatte bei einem Schulbesuch einen korrekt buchstabierenden Zehnjährigen korrigiert. "Potato", so Quayle im Sommer, "schreibt sich hinten mit e."

DER SPIEGEL 52/1992
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