29.08.2015

BriefeWir sind halt besser

Nr. 35/2015 Die spinnen, die Bayern! – 100 Jahre Franz Josef Strauß – Der Freistaat und das verklärte Erbe eines korrupten Landesvaters
"Ja, himmikreizteifisaklzementzefixhalleluja! Euch Nordirrlichtern und ausgemergelten Leberkas-Ignoranten stinkt es doch bloß so graißlich, dass ihr nicht endlich alle herziehen könnt!"
Dr. Eduard Paulin, Kallmünz (Bayern)
Herrlich. Kein Bundesland erfährt so viel Aufmerksamkeit vom SPIEGEL wie Bayern. Seit Jahren arbeiten Sie sich regelmäßig an dem Freistaat ab. Leider ohne erkennbaren Erfolg: Die Bayern sind nach wie vor verbohrt und bockig und wollen die verkündeten Weisheiten einfach nicht zur Kenntnis nehmen, geschweige denn sich bessern. Bayern bleibt, was es nach SPIEGEL-Meinung war und ist – unseriös und finster. Gleichwohl steigt die Anzahl der bedürftigen Zuwanderer aus Nord- und Ostdeutschland in dieses finstere Land.
Walter Berchtold, Fürstenzell (Bayern)
Den Artikel hätte man so oder so ähnlich auch vor Wochen, Monaten oder Jahren schreiben können, der Erkenntnisgewinn ist gleich null. Und zwar, weil Sie die aktuellen politischen Volten der CSU nur mühsam in einen größeren Kontext mit der bayerischen Seele bringen. Da hilft es auch nicht, dem Leser das Ganze unter "Volkskunde" anzubieten.
Stefan Kumberger, Rosenheim
Die größte Last am Länderfinanzausgleich trägt Bayern. Soso, und die Bayern nerven den Rest der Republik? Mein Vorschlag: Bayern wird, genau wie die Schweiz, ein unabhängiges Land! Die Grenzen werden dicht gemacht, und man wird sehen, der interne Wohlstand schnellt nach oben. Wir Bayern sind halt besser als die anderen.
Winfried Schwintuchowski, Lautrach (Bayern)
Jahrzehntelang, bis Ende der Achtzigerjahre, wurde Bayern mittels Länderfinanzausgleich gepäppelt, damit dieses Bundesland, bis dahin nur aus Rindviechern und Misthaufen bestehend, zu einem leistungsfähigen Industriestandort werden konnte. Als es dann so weit war und Bayern selbst einzahlen sollte, war der Aufschrei groß. Seitdem zeigt sich eine Attitüde der Neureichen, die der Meinung sind, der Erfolg sei hart selbst erarbeitet worden, und man ruft den heutigen Nehmerländern zu: Nehmt euch ein Beispiel an uns! Baden-Württemberg, das von Anbeginn Zahlerland war, hält es im Gegensatz dazu mit dem deutlich sympathischeren Leitspruch: Schweigen ist Gold.
Jürgen Schmidt, Renningen (Bad.-Württ.)
Bayern ist das Bundesland mit der höchsten Zuwanderung, das heißt, viele Menschen finden das bayerische Anderssein attraktiv. Ein Anderssein, das sich auch in der Politik widerspiegelt und zum Teil wohl auch in ihr gründet. Die ist traditionell rechtskonservativ und autoritär – und deswegen seit Jahrzehnten der Lieblingsfeind des SPIEGEL, für den nicht sein kann, was nicht sein darf – nämlich dass Bayern ein Erfolgsrezept ist.
Martin Bode, Greifensee (Schweiz)
Ein wunderbar schön geschriebener Artikel über die schöne bayerische CSU mit dem fantastischen Strauß. Auf der Titelseite sollte aber stehen: "Die späte Rache des SPIEGEL". Wie sonst kann man einen so ausführlichen Artikel über FJS schreiben, wo es doch gerade jetzt in der Politik so viele ernsthaftere Probleme gibt, die es wert wären, dass sich die gesammelte Intelligenz der Redakteure damit beschäftigt?
Helmut Layh, Steinenbronn (Bad.-Württ.)
Die Bayern haben einfach besser als andere verstanden, dass die hundertprozentige Befolgung demokratischer, rechtsstaatlicher und moralischer Regeln ökonomisch nicht immer effizient ist. Und dass sie dabei nicht um ihr Seelenheil fürchten müssen, weil der Herrgott Verstöße gegen irdische Gesetze gern vergibt.
Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, Berlin
Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel über Strauß, er spricht mir aus der Seele. Der Mann – von vielen in Bayern als "Hund" bezeichnet, was hierzulande ein Lob ist – war zeitlebens nichts weiter als ein bis ins Mark korrupter Haderlump.
Dr. Hans Vogel, Wilhermsdorf (Bayern)

DER SPIEGEL 36/2015
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