10.10.2015

SteuernFirmen fürchten Begehrlichkeiten

Führende deutsche Unternehmen wehren sich dagegen, künftig mehr steuerlich relevante Firmendaten veröffentlichen zu müssen. Besonders kritisieren sie die länderbezogenen Offenlegungspflichten, wie sie die Finanzminister der G-20-Staaten am vergangenen Donnerstag in Lima im Rahmen der Beps-Initiative beschlossen haben. Danach sollen Unternehmen detailliert Auskunft darüber geben, wo sie produzieren, verkaufen und Steuern zahlen. "Einem Bestreben, multinationale Unternehmen zu noch weiter gehenden Veröffentlichungen zu verpflichten, stehen wir zurückhaltend gegenüber", schreiben die Leiter von Steuer- und Rechtsabteilung der Volkswagen AG im Rahmen einer Umfrage an die Bundestagsabgeordneten der Grünen, Kerstin Andreae und Thomas Gambke. Volkswagen verkaufe in Deutschland rund zwölf Prozent seiner Autos, zahle hier aber deutlich über 50 Prozent seiner Ertragsteuern. Bei erhöhter Transparenz bestehe die Gefahr, dass Länder, in denen Volkswagen im Verhältnis mehr Autos verkauft, höhere Steuerzahlungen beanspruchen, heißt es in der Antwort. Ähnlich sieht das der Energieversorger E.on. Erträge und Steuerzahlungen auf der Basis von Konzerndaten abzugrenzen könnte zu "Fehlschlüssen" verleiten und "Begehrlichkeiten ausländischer Staaten wecken". Das schade deutschen Haushaltsinteressen.
Von Rei

DER SPIEGEL 42/2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 42/2015
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Steuern:
Firmen fürchten Begehrlichkeiten

  • Videoreportage zu seltenen Krankheiten: "Du denkst, das Kind stirbt"
  • Drohkulisse in Shenzhen: Was bedeuten die Militärfahrzeuge an der Grenze zu Hongkong?
  • Trumps Interesse an Grönland: US-Präsident erntet Spott
  • Roboter im All: Russland schickt Humanoiden zur ISS