29.12.1997

HAUSMITTEILUNG Betr.: Physik

Die meisten SPIEGEL-Redakteure hätten da gar nicht erst mithalten können: Um die außerordentliche Frage, ob in einem Raumschiff, das schneller fliegt als das Licht, die Zeit "negativ" werde oder nicht, wetteten Johann Grolle, gelernter Physiker und einer der beiden Leiter des Wissenschaftsressorts, sowie sein Kollege Stefan Klein, der ebenfalls Physiker ist. Die Wette hatte zu tun mit der Titelgeschichte dieses Hefts, die eine revolutionäre Entwicklung in der Naturwissenschaft beschreibt - mit der phantastischen Perspektive, dereinst die Schranken der Zeit überwinden zu können (Seite 92). Grolle verlor, die Zeit in jenem Raumschiff wird "imaginär", nicht aber negativ.
Derlei Diskussionen über physikalische Feinheiten ereignen sich häufig in diesem SPIEGEL-Ressort, denn außer Klein (Promotionsthema: "Markowsche Systeme in der Biophysik") und Grolle können in jenem Fach auch die Redakteure Jürgen Scriba (Promotionsthema: "Nichtparabolizität von InAs/AlSb-Quantentöpfen") und Olaf Stampf mitreden. Von Einseitigkeit kann dennoch keine Rede sein, andere Richtungen, vom Dr. med. über Biologie bis zum Maschinenbau, ergänzen das Potential der Wissenschaftstruppe. In diesem Heft belegen die Physiker allerhand Terrain: Scriba interviewt den Computer-Nachwuchsguru Marc Andreessen (Seite 136), Grolle beschreibt sterbende Sonnen (Seite 143), und Stampf widmet sich Experimenten, bei denen das Versenden von Materie gelang (Seite 144). Da ist nicht gut wetten.
Von schöps und

DER SPIEGEL 1/1998
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