05.09.1983

Blitz im Atommeiler

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Die Betreiber bundesdeutscher Kernkraftwerke werden von immer neuen Pannen überrascht. Selbst Blitze können Atommeiler beschädigen und die Reaktoren außer Funktion setzen. In ihren vertraulichen Analysen berichtet die "Gesellschaft für Reaktorsicherheit" (GRS), die im Auftrag des Bundesinnenministeriums alle "besonderen Vorkommnisse" in den Kernkraftwerken auswertet, über einen schweren Zwischenfall im Atomkraftwerk Neckarwestheim. Dort hatte am 6. Juni vergangenen Jahres ein Blitzeinschlag in den Hauptnetzanschluß eine Kettenreaktion ausgelöst: Im Signalkabel wurde "eine Überspannung erzeugt", heißt es in dem geheimen Bericht, dadurch wurden "im Kraftwerk mehrere Elektronikkarten für Meldeknüpfungen des Betriebssystems zerstört". Es gab eine "ungewollte Umschaltung des Generatorspannungsreglers von Automatik auf Hand", über "die sinkende Drehzahl der auslaufenden Hauptkühlmittelpumpe kam es zur Reaktorschnellabschaltung". Aus den Berichten der GRS geht hervor, daß trotz technischer Verbesserungen die Zahl der Störfälle nicht zurückgeht. Im letzten Vierteljahr 1981 waren drei der insgesamt 38 Störfälle "mit Strahlenbelastungen für das Personal verbunden".

DER SPIEGEL 36/1983
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