12.12.1983

GESTORBENRobert Aldrich

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Robert Aldrich, 65. Der Regisseur galt als Moralist im hektischen Action-Genre Hollywoods und war von Anfang an bemüht, seinen rigorosen, direkten Stil durchzusetzen. Nicht immer mit Erfolg. Für den Western "Apache" (1954) etwa, einem seiner ersten erfolgreichen Filme, mußte er gegen seinen Willen auf Geheiß des Produzenten einen versöhnlichen Schluß drehen. Der eigenwillige, brillant-raffinierte Kino-Erzähler versuchte es mit eigenen Produktionen. Nach dem Erfolg von "Das dreckige Dutzend" (1967) konnte er sich ein eigenes Studio kaufen - das allerdings fünf Jahre später nach fünf Kassen-Flops wieder geschlossen werden mußte. Die Gewalt und ihre monströsen Auswirkungen waren sein Thema - zumeist kino- und kassenfüllend wie "Rattennest", "Vera Cruz", "Was geschah wirklich mit Baby Jane", "Die Chorknaben". Seinen Frieden mit Hollywoods Produzenten hatte der Querkopf nie gemacht. Ende der siebziger Jahre mäkelte er über die Arbeitsweise in Hollywood: "Man wirft alle Drehbücher in die Luft, und das Script, das an der Decke hängen bleibt, wird gemacht, ein Kinderspiel." Vergangenen Montag starb Robert Aldrich in Los Angeles an Nierenversagen.

DER SPIEGEL 50/1983
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Robert Aldrich

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