05.09.1983

Stoßtrupp Gottes oder Heilige Mafia?

Der unaufhaltsame Aufstieg des Opus Dei _____“ Der spezifische Geist des Opus Dei ist providentiell „ _____“ für die Geschichte der Kirche und stellt eine „ _____“ heilbringende Kraft dar, deren Wert man unmöglich „ _____“ übertreiben kann. „ _____“ Kardinal Höffner „ *
Sie sind mächtig", schrieb die schweizerische Jesuiten-Zeitschrift "Choisir" über die Katholiken vom Opus Dei. "Sie haben Minister in den Regierungen oder Diktaturen, ein wirtschaftliches Imperium, Zeitungen und Radiostudios. Ihre Methoden sind so diskret und wirksam, daß sie als bedrohlich empfunden werden." Mit seinen rund 72 000 Mitgliedern in 87 Ländern ist das Werk Gottes der größte Laien- und Priesterverband der katholischen Kirche. Die "gefährlichen" Jesuiten dagegen haben nur knapp 26 800 Mitglieder. Doch nicht nur aus diesem Grund sind Jesuiten gegen das Opus Dei. Die fromme Vereinigung ist ihnen zu konservativ.
Angehörige des Opus Dei, so berichtete Portillo vor einiger Zeit dem Papst, sind in 500 Diözesen tätig. Sie lehren an 475 Universitäten und Hochschulen. In über 600 Zeitungen und Zeitschriften, 52 Fernseh- und Rundfunkanstalten, in 38 Presse- und Werbeagenturen und zwölf Filmgesellschaften arbeiten katholische Christen in leitenden Positionen ad maiorem Operis Dei gloriam.
Das Opus unterhält in Pamplona eine vom spanischen Staat anerkannte Privatuniversität mit allen klassischen Fächern. Ihr angeschlossen sind Fakultäten für Medienwissenschaften, Architektur und Ingenieurwissenschaften in San Sebastian sowie eine Business School in Barcelona. Zahlreiche Berufsschulen, Studentenheime und Jugendclubs in 52 Ländern gehören ebenfalls zum Opus-Dei-Imperium.
Typisch für alle diese Einrichtungen ist, daß nicht das Werk Gottes, sondern rechtsfähige Vereine die Trägerschaft ausüben: in der Bundesrepublik beispielsweise die "Studentische Kulturgemeinschaft e. V.", der "Deutsch-Internationale Kulturverein e. V." oder die "Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft e. V.". Vorsitzender der Fördergemeinschaft ist der Aachener Oberbürgermeister Kurt Malangre - ein Opus-Dei-Mitglied.
Diese Vereine übertragen dem Werk Gottes lediglich die Leitung oder nur die geistliche Betreuung der Schulen, Wohnheime und Jugendklubs. Doch das wird nicht immer in den Prospekten und Veranstaltungsprogrammen erwähnt.
Noch zurückhaltender ist das Opus, wenn es um seinen Einfluß in gesellschaftspolitischen Einrichtungen geht. Zwar ist sicher, daß das Kölner "Lindenthal-Institut e. V." von Mitgliedern des Opus Dei gegründet wurde, aber beim Essener "Ruhrinstitut", der "Thomas-Morus-Gesellschaft", Bensberg, und dem "Studienzentrum Weikersheim", zu dessen Mitbegründern Ex-Ministerpräsident Hans Karl Filbinger gehört, ist die aktive Beteiligung des Werkes Gottes eine Angelegenheit zum Dogma erhobener Diskretion.
Von ganz besonderer Diskretion ist die Vereinigung, was ihr Engagement in Wirtschaft und Politik betrifft. Die Tatsache, daß im sogenannten Technokraten-Kabinett des spanischen Diktators Francisco Franco Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre Opus-Dei-Mitglieder das Handels-, Finanz- und Industrie-Ressort sowie das Generalsekretariat der Staatskanzlei besetzt hatten und zehn Jahre später sogar zehn Minister Francos, unter ihnen Außenminister Lopez Bravo, Mitglieder oder Sympathisanten des Werkes Gottes waren, wird entweder ingnoriert oder trotzig verteidigt.
"Die Nachfolge Christi, die Treue zur Kirche, der Geist des Werkes verboten keinesfalls, dem spanischen Staat jener Zeit zu dienen", schrieb der Kölner Professor Peter Berglar, Historiker und Opus-Dei-Mitglied, in seiner kürzlich erschienenen Biographie des Werk-Gottes-Gründers Josemaria Escriva de Balaguer. _(Peter Berglar: "Opus Dei. Leben und Werk ) _(des Gründers Josemaria Escriva". Otto ) _(Müller Verlag, Salzburg; 368 Seiten; ) _(39,80 Mark. )
Zweifellos verbietet es der Geist des Opus auch nicht, Militärdiktaturen in Lateinamerika wie die des Augusto Pinochet in Chile zu unterstützen. Die - noch immer - katholische Zeitschrift "Publik-Forum" klagte erst jüngst das Opus-Dei-Institut für allgemeine Studien in Chile an, am Sturz von Staatspräsident Allende im September 1973 beteiligt gewesen zu sein. Als Gegenleistung habe Pinochet mehrere seiner Minister aus den Reihen des Instituts rekrutiert.
Darüber zu reden oder zu schreiben betrachtet das Opus als Diffamierung. Und Leute, die es trotzdem wissen wollen, werden von Escriva abgekanzelt: "Du fragst herum und horchst aus, du bist ein Schnüffler und Schleicher. Schämst du dich nicht, bis in deine Fehler hinein so wenig Mann zu sein?"
Gleiches gilt auch für die wirtschaftlichen Interessen des Opus. Das Werk Gottes ist diskret und kassierte: zum Beispiel von dem spanischen Konzern "Rumasa", dessen Mehrheitsaktionär Jose Maria Ruiz-Mateos, ein Opus-Dei-Mitglied, im Februar dieses Jahres enteignet wurde (SPIEGEL 9/1983). Die Holdinggesellschaft Rumasa war, laut "The Times", der größte private Arbeitgeber auf der Iberischen Halbinsel. Unter
anderem profitierte Senor Ruiz-Mateos und/oder das Opus Dei vom Gewinn jeder verkauften Flasche Sherry der Marke "Dry Sack".
Aber das war eine Sache des Senor Ruiz-Mateos, sagt das Opus Dei. Und das betreffe auch alle anderen Angehörigen des Werkes Gottes, ganz egal womit sie beschäftigt sind. Als Papst Johannes XXIII. von Monsignore Escriva wissen wollte, wie reich seine Organisation eigentlich sei, bekam er keine Bilanz vorgelegt, sondern ein Gleichnis zu hören:
"Nehmen wir an", so Escriva de Balaguer zum Papst, "eine vielköpfige italienische Familie habe einen Sohn, der bei ''Montecatini'' arbeitet, einen anderen, der bei ''Fiat'' angestellt ist, und einen dritten, der eben einen leitenden Posten in der ''Banca commerciale'' angetreten hat, der Vater und einige weitere Söhne arbeiten in anderen Firmen. Kann man deshalb behaupten, diese armen Leute seien Eigentümer jener Großunternehmen und Banken?"
Genauso sei es im Opus Dei: "Alle seine Mitglieder, seine (Escrivas) Söhne, arbeiten stets in Freiheit, wo sie wollen beziehungsweise wo sie können. Aber jeder weiß, daß unsere geistliche Familie arm ist, daß sie mit keinem ihrer christlichen Werke Geld verdient. Mehr noch, diese Werke tragen sich nicht. Das Defizit wird aus dem Ertrag der beruflichen Arbeit der Mitglieder und aus den Spenden der Mitarbeiter beglichen."
Die Anekdote ist Teil einer von Escriva seinem Werk verordneten Propaganda-Strategie, daß alle Mitglieder als Privatpersonen und nicht als Angehörige des Opus Dei in Kultur, Wirtschaft und Politik tätig sind. Für das, was und wie sie es tun, könne das Werk Gottes keine Verantwortung übernehmen. Das sei auch der Grund, warum es die Namen seiner Mitglieder geheimhalte, denn ausschließlich deren religiöse Formung sei die Aufgabe des Werkes.
Doch die Art und Weise, wie das Opus Dei seine Mitglieder religiös erzieht und ständig überwacht, widerlegt die These von ihrer ganz persönlichen, freien Option für diese oder jene Richtung in Kultur, Wirtschaft und Politik. "Wenn man einerseits im Namen eines apostolischen Ideals hohe Posten besetzt und verwaltet", so die Jesuitenzeitschrift "Choisir", "und andererseits Vorgesetzten für alles, was das Apostolat betrifft, Gehorsam schuldet, setzt man sich mancherlei Mißverständnissen aus."
Gibt es wirklich die vom Opus stereotyp verkündete Freiheit angesichts der von "Choisir" zitierten Regel aus der geheimen Verfassung des Werkes Gottes? "Ich wende mich immer für alle Fragen beruflicher, sozialer oder politischer Natur an meinen unmittelbaren Vorgesetzten", das heißt, an den jedem Mitglied zugeordneten geistlichen Leiter.
Die Scheu des Opus Dei vor der Öffentlichkeit, sein geheimbündlerischkonspiratives Gehabe erklärt sich zum Teil aus seiner Gründungsgeschichte. Als im Jahre 1931 in Spanien die Republik ausgerufen wurde und das Justizministerium eine Aufstellung über den Reichtum der Kirche veröffentlichte, kam es besonders in den Städten zu kirchenfeindlichen Kundgebungen. Es wurden sogar Klöster und Kirchen in Brand gesteckt. Das Kirchengesetz von 1933 gebot die Trennung von Staat und Kirche, entzog die Schulen dem kirchlichen Einfluß und verbot den Jesuitenorden.
In dieser Situation war die damals kleine Gemeinschaft des Opus gezwungen, möglichst im Geheimen zu arbeiten. Escriva: "Offenbare nicht ohne Grund das Vertrauliche deines Apostolats; siehst du nicht, daß die Welt voller egoistischer Verständnislosigkeit ist."
Josemaria Escriva de Balaguer y Albas - geboren am 9. Januar 1902 in der aragonischen Kleinstadt Barbastro - war von der fixen Idee besessen, ein Ignatius von Loyola des 20. Jahrhunderts zu werden. Wie der Gründer des Jesuitenordens wollte Escriva ein Kämpfer für Papst und Kirche, ein Heiliger werden. "Wir wissen", schreibt sein Biograph Berglar, "daß Escriva nie beabsichtigte, Pfarrer zu werden oder eine ''hierarchische Laufbahn'' einzuschlagen." Mit 23 Jahren wurde er in Saragossa zum Priester geweiht, doch nach acht Wochen als Aushilfspfarrer für einen erkrankten Amtsbruder in dem kleinen Dorf Perdiguera erkannte er, daß er dazu nicht geboren war.
Josemaria Escriva kehrte nach Saragossa zurück und versuchte es mit etwas anderem: Er studierte Jurisprudenz. Sein Hagiograph Berglar gibt dieser überraschenden Wendung eine ebenso überraschende Deutung: "Denn daß juristische Fragen, insbesondere das kanonisch-rechtliche Problem der zutreffenden Definition des Opus Dei, seines Wesens, seiner ''Gattung'', seiner Einordnung in die Gesamtkirche, einmal, Jahrzehnte später, eine entscheidend wichtige Bedeutung erlangen sollten, mußte im Jahr 1923 außerhalb jeder natürlich-logischen Voraussicht liegen."
Im April 1927 ging Escriva nach Madrid, um sein Jura-Studium zu beenden. "Ich ahnte", erzählte er später, "daß der Herr mich für etwas Neues suchte." Am 2. Oktober 1928 endlich erreichte den 26jährigen Priester durch einen "gnadenhaft-übernatürlichen Akt" (Berglar) die himmlische Botschaft, die zur Gründung des Opus Dei führte. "Gott ließ ihn das Werk sehen, wie es im Laufe der Jahrhunderte sein würde", so beschrieb die werkinterne Monatsschrift "Cronica" das übernatürliche Ereignis.
Was Escriva damals entdeckte, war der Widerspruch zwischen dem Alltags- und dem Sonntagschristen, zwischen
dem Christen, der am Sonntag seinen Glauben bekennt, der gelobt, die "Nachfolge Christi" anzutreten, und der dann von Montag bis Samstag Glauben und Nächstenliebe mit dem Sonntagsanzug in den Schrank hängt.
Dieses schizophrene Christentum war für Escriva der Schlüssel zum Erfolg: Der katholische Christ müsse auch im Alltag seinem Glauben leben, und dazu gehöre, daß er seine apostolische Arbeit in der Welt und in der Gesellschaft verrichte. "Das wesentliche Apostolat (Apostelwerk) des Opus Dei ist", so sein Gründer, "das Apostolat, das jedes Mitglied für sich an seinem Arbeitsplatz, in seiner Familie, unter seinen Freunden und Bekannten ausübt. Diese Arbeit fällt nicht auf; es ist nicht leicht, sie statistisch zu erfassen, aber sie läßt Früchte der Heiligkeit in Tausenden von Menschen wachsen, die still und wirksam in ihrer alltäglichen Berufsarbeit Christus folgen."
Für diese Lebensweise, die "verborgen bleiben soll wie die Lebensweise Jesu in den dreißig Jahren", eignen sich keine Durchschnittsmenschen. In seinem Buch "Geistliche Betrachtungen", 1934 erstmals erschienen und inzwischen unter dem Titel "Der Weg" in einer Auflage von drei Millionen Exemplaren in 34 Sprachen verbreitet, fordert Escriva:
"Dutzendmensch werden? Du - zum großen Haufen gehören? Du bist zur Führung geboren ... Du wirst nie ein Führender sein, wenn du die Masse nur als Sprungbrett für deine Karriere betrachtest. Führender Kopf bist du nur dann, wenn du den Ehrgeiz hast, alle Menschen zu retten. Du darfst der Menge nicht die kalte Schulter zeigen. Du mußt den tiefen Wunsch verspüren, sie glücklich zu machen ... Aber dann vorwärts: Mit heiliger Unverschämtheit, ohne dich aufzuhalten, bis deine Pflicht ganz und gar erfüllt ist."
Escrivas Appell an Elitebewußtsein und Führertum paßte in eine Zeit, die nach neuen Idealen und Idolen suchte, in der Figuren wie Mussolini, Hitler und Franco an die Macht kommen konnten. Der Provinzpriester war überzeugt, auserwählt zu sein, eine "besondere Gründungsgnade" (Berglar) zu besitzen. Er glaubte, daß auf ihm und seinem Werk die "Sorge und Verantwortung für die ganze Kirche liegen" (Escriva).
Zwei Jahre nach der "Erleuchtung" bekam Escrivas Traum einen Namen: Wie es denn diesem Werk Gottes gehe, fragte der Beichtvater, dem sich Josemaria anvertraut hatte. Opus Dei, Werk Gottes! Das war Name und Programm zugleich. Nicht er, Escriva de Balaguer, sondern Gott selbst hatte das Werk geschaffen, und wer konnte sich einem von Gott gestifteten Verein widersetzen?
Nach Escrivas Vorstellungen sollten dem Werk nur Männer angehören, die sich zur Ehelosigkeit, zu Armut und Gehorsam verpflichteten und einen Beruf ausübten, in dem sie ihr Apostolat erfolgreich betreiben könnten. "Aber
am 14. Februar (1930) erteilte ihm Christus die ''correctio divina'', indem er ihn wissen ließ: Ich will Frauen im Werk Gottes" (Berglar).
Die Kadertruppe bestand zunächst aus einigen Freunden Escrivas in Madrid. Erst nach dem Sieg Francos im Jahre 1939 konnte sich das Werk in ganz Spanien ausbreiten.
Von der Amtskirche wurde Escrivas Vereinigung zunächst mit Mißtrauen beobachtet. Das lag vor allem an der antiklerikalen Tendenz des Opus Dei.
Nicht nur Priester und Ordensleute konnten, das war Escrivas Meinung, nach christlicher Vollkommenheit streben, sondern auch Laien im Alltagsleben. Dieser Anspruch bedrohte eine Säule, auf die sich die Macht des Klerus über die Laien stützte. Freilich, wer Escriva Anfang der vierziger Jahre beim "Tribunal zur Bekämpfung der Freimaurerei" anzeigte, konnte niemals geklärt werden.
Die Ausbreitung des Opus Dei stellte Escriva vor ein Problem: Es fehlten der Organisation Priester, die die religiöse Praxis des Werkes, vor allem die starke Betonung des Bußsakramentes billigten. Im Februar 1943 gründete er deshalb die "Priesterliche Gesellschaft vom Heiligen Kreuz", und mit Unterstützung des Erzbischofs von Madrid im Oktober desselben Jahres kam von Papst Pius XII. endlich eine vorläufige Approbation für das Werk Gottes. Acht Monate später wurden die ersten drei Opus-Dei-Priester geweiht, unter ihnen Alvaro del Portillo, der seit dem Tod Escrivas, im Juni 1975, Chef des Werkes Gottes ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete das Werk zunächst Zentren in Portugal, Italien und England, später in Mexiko, den USA, in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Um das Opus Dei endgültig in der Weltkirche zu etablieren, war Escriva 1946 nach Rom übergesiedelt, wo er energisch die volle Anerkennung des Werkes betrieb. Doch erst vier Jahre später hatte er den mißtrauischen Pius XII. davon überzeugen können, daß die Organisation in absoluter Treue zur Hierarchie stand. Am 16. Mai 1950 erhielt das Opus Dei die endgültige Approbation als "Säkularinstitut" der katholischen Kirche.
Escriva, der fortan seine Briefe an die Mitglieder ins Lateinische übersetzen ließ und sie, wie bei päpstlichen Enzykliken üblich, mit den beiden Anfangsworten überschrieb, war mit dem Status seines Werkes nicht zufrieden. Als Säkularinstitut unterstand es der Kongregation für die Ordensleute, die dem Opus Dei noch immer mißtrauten. Erst das Zweite Vatikanum hat die Voraussetzung dafür geschaffen, die Stellung des Opus Dei innerhalb der Kirche aufzuwerten.
Aber Papst Paul VI. zögerte dann doch, dem Werk Gottes die geforderte Selbständigkeit zu geben. Erst Johannes Paul II. hat gegen den Widerstand der Spanischen Bischofskonferenz und der römischen Bischofskongregation im November vergangenen Jahres das Opus Dei in den Rang einer Personalprälatur erhoben. Damit ist das Werk Gottes zu einer Teilkirche geworden, deren Mitglieder nicht mehr dem Ortsbischof, sondern direkt dem Prälaten, also gleichsam dem eigenen Bischof, unterstehen.
Es ist kein Zufall, daß zur selben Zeit der Papst die Jesuiten unter Kuratel gestellt hat, denn der Escriva-Verehrer Wojtyla traut der Societas Jesu nicht mehr so recht und glaubt, im traditionalistischen Opus Dei die bessere Garde gefunden zu haben, eine Elitetruppe, auf die er sich verlassen kann.
Auch ein Schutzpatron für die neue Streitmacht ist in Sicht. Am 5. Februar 1981 hat Johannes Paul II. "die kanonische Eröffnung des Selig- und Heiligsprechungsprozesses des Dieners Gottes Josemaria Escriva de Balaguer" genehmigt.
Unter den vielen Dokumenten, die der "Advocatus diaboli" zu prüfen hat, wird das Buch des Tübinger Theologie-Studenten Klaus Steigleder leider fehlen. Steigleder war fünf Jahre Mitglied des Opus Dei und hat jetzt dessen Innenansicht beschrieben. Der SPIEGEL veröffentlicht in einer dreiteiligen Serie, die in diesem Heft beginnt (Seite 171), Auszüge aus Steigleders Bericht über die diskreten Methoden des Werkes Gottes.
Der spezifische Geist des Opus Dei ist providentiell für die
Geschichte der Kirche und stellt eine heilbringende Kraft dar, deren
Wert man unmöglich übertreiben kann. Kardinal Höffner
Peter Berglar: "Opus Dei. Leben und Werk des Gründers Josemaria Escriva". Otto Müller Verlag, Salzburg; 368 Seiten; 39,80 Mark.

DER SPIEGEL 36/1983
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DER SPIEGEL 36/1983
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