02.01.2016

RusslandWird Putin weitere Länder besetzen?

Seine Jugend in den Straßen von Leningrad habe ihn gelehrt: Ist eine Prügelei unausweichlich, schlage als Erster zu. So rechtfertigte Wladimir Putin im Oktober Russlands Intervention in Syrien. Es war zugleich eine Kampfansage: Wenn der Westen fortfährt, Staaten in sein Lager zu ziehen, die Moskau der eigenen Einflusszone zurechnet, wird der Kreml eingreifen. So war es 2008 in Georgien und 2014 in der Ukraine, als Putin den Volksaufstand mit der Annexion der Krim und der Unterstützung für prorussische Rebellen im Donbass beantwortete. Und so könnte es bald in Moldau geschehen, das von der EU zusammen mit fünf anderen Staaten der Exsowjetunion im Rahmen der "Östlichen Partnerschaft" umworben wird. "Selbst wenn der Preis hoch ist, will Russland den Westen lehren, seine Interessen zu respektieren", sagt Sergej Karaganow, Doyen der russischen Außenpolitik. Putins Waffengänge haben ihn laut "Forbes" wiederholt zum mächtigsten Mann der Welt gemacht. Im eigenen Land kaschieren sie die tiefe Wirtschaftskrise, Putins ohnehin hohe Popularität ist weiter gestiegen. "Die russische Elite braucht die Konfrontation und den äußeren Feind, um Reformen zu beginnen – oder um zu rechtfertigen, dass diese Reformen nicht durchgeführt werden", sagt Karaganow.
Von Mas

DER SPIEGEL 1/2016
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Russland:
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