02.01.2016

TerrorWar's das endlich mit dem Kalifat?

Sieben Monate lang wehte über der irakischen Stadt Ramadi das schwarz-weiße Banner des "Islamischen Staats" (IS). Seit Ende Dezember hängt dort nun wieder die rot-weiß-schwarze Flagge des Irak. Der Fall Ramadis ist nur die jüngste in einer Reihe von Niederlagen des IS – und sie brachte den irakischen Regierungschef dazu, für 2016 bereits das "Jahr des endgültigen Sieges" auszurufen. 2015 haben die Dschihadisten rund 15 Prozent ihres Territoriums im Irak und in Syrien verloren. Doch eine entscheidende Trendwende ist das noch lange nicht: In seinem Kerngebiet entlang des Euphrat und rund um die Millionenstadt Mossul ist die Herrschaft des IS weiterhin unangetastet – obwohl die USA und ihre Verbündeten seit September 2014 mehr als 8000 Luftschläge gegen die Miliz geflogen sind. Der IS ist zudem die reichste Terrororganisation der Welt, seine Finanzierungsquellen auszutrocknen ist schwierig. Zudem kontrolliert er längst nicht mehr nur Gebiete im Irak und in Syrien. Auch in Libyen haben sich selbst ernannte IS-Provinzen etabliert. Die Miliz nutzt die Wirren des Bürgerkriegs, um ihren Herrschaftsbereich auszudehnen. Bislang kontrollieren die Dschihadisten vor allem die Küstenstadt Sirt und die umliegende Region. Westliche Regierungen fürchten, dass sie 2016 weiter ins Landesinnere vordringen könnten, dorthin, wo die größten Ölvorkommen Afrikas ruhen. Auch in Ägypten hat der IS einen Ableger, der für den Absturz eines russischen Passagierflugzeugs über dem Sinai im Oktober die Verantwortung übernahm; in Nigeria und in Afghanistan ist er ebenfalls aktiv. 2016 könnte das Kalifat in Syrien und im Irak also weiter schrumpfen – aber anderswo, vor allem in Libyen, droht seine Ausbreitung.
Von Syd

DER SPIEGEL 1/2016
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