16.01.2016

LinkeKritik an Lafontaine

Führende Politiker der Linken gehen auf Distanz zu Oskar Lafontaine, Fraktionschef der Partei im Saarland. Kürzlich hatte er Verständnis für Selbstmordattentäter geäußert: "Was sollen die Armen machen im Vorderen Orient, die seit Jahren dem Kolonialismus ausgesetzt sind? Sie haben keine Bomben, sie haben keine Raketen, sie haben keine Heere, die sie auf den Weg bringen können, um ihre Interessen zu wahren – und dann greifen sie zum Selbstmordattentat." Linken-Chef Bernd Riexinger sagte, zwar habe die westliche Politik zur Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens beigetragen; aber: "Gewalt gegen unschuldige Zivilisten als Reaktion auf Unterdrückung ist nicht legitim." Islamischer Fundamentalismus und Terrorismus habe vielschichtige Ursachen. "Wir geben uns nicht mit einfachen Antworten zufrieden." Auch der Linken-Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich widerspricht Lafontaine: "Terroristen wahren nicht die Interessen der Armen, sondern schaden ihnen. Ihre Taten bringen keine gerechtere Welt, sondern nur neues Leid." Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hingegen sieht eine "bewusste Falschinterpretation". Lafontaine sei es "in keiner Weise um die Rechtfertigung verbrecherischer Terroranschläge" gegangen.
Von Stb

DER SPIEGEL 3/2016
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