30.01.2016

Stasi-UnterlagenVerschwendung?

Die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, ist ins Visier des Bundesrechnungshofs geraten. Die Prüfer sind auf eine ihrer Ansicht nach unzulässige Anzahl von Überstunden der Pressesprecherin der Behörde, Dagmar Hovestädt, gestoßen. Die Vergütung sei ohne belastbare Nachweise erfolgt und derart umfangreich, dass sie das Gehaltsgefüge der Einrichtung verändert habe. Dazu erklärt die Behörde, die Überstunden der Pressesprecherin seien dienstlich notwendig gewesen und einem sehr hohen Arbeitsaufkommen geschuldet. Man habe sie nach rechtlicher Prüfung angeordnet. In der verwaltungstechnischen Umsetzung sei es jedoch zu verschiedenen Fehlern gekommen. In einer anderen Prüfung warnte der Rechnungshof vor unkalkulierbaren Kosten bei der Rekonstruktion zerrissener Stasi-Akten, die in rund 15 000 Säcken lagern und mithilfe von Scannern und einer Puzzle-Software automatisiert zusammengesetzt werden sollen. In acht Jahren seien lediglich Schnipsel aus 23 Säcken digitalisiert und der Inhalt von 11 Säcken rekonstruiert worden, die Kosten belaufen sich auf etwa 14 Millionen Euro. Laut Rechnungshof "besteht keine verlässliche Perspektive, mit der vorhandenen Technologie den Gesamtbestand der zerrissenen Unterlagen in absehbarer Zeit und zu überschaubaren Kosten wiederherzustellen". Die Behörde erklärt dazu, man habe die Hinweise des Rechnungshofs aufgegriffen und ein Konzept zur möglichen Weiterführung des Projekts entwickelt.
Von Stb

DER SPIEGEL 5/2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 5/2016
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Stasi-Unterlagen:
Verschwendung?

  • Walkadaver in der Tiefsee: Gefundenes Fressen
  • Videoanalyse zum Brexit-Deal: "Für Johnson wird es sehr knapp werden"
  • Kuriose Operation: Flügeltransplantation für Schmetterling
  • Versprecher von FDP-Chef Lindner: Thüringen statt Syrien