18.08.1980

Über Jagdszenen und Ananasfarmer

Nicht einmal die Pessimisten bei seinen Feinden scheinen noch an seinen Sieg zu glauben. Während Franz Josef Strauß, Kanzlerkandidat der CDU/CSU, wacker um den Wahlsieg streitet, nehmen Unionsgegner unter Literaten einen ins Visier, der, so der Göttinger Steidl Verlag, "schon in den Startlöchern steht". Für die Zeiten nach Strauß und wie aus Gewohnheit wirft der Verlag eine Sammlung "Schwarzer Geschichten über Ernst Albrecht und die CDU" auf den Markt: "Sturmfest und erdverwachsen" heißt das in bewährter Schwarzbuchmanier abgefaßte Werk, in dem 50 Autoren "Jagdszenen aus dem niedersächsischen Saupark" (Kapitelüberschrift) erzählen. Und so, als wäre die Wahl für den Kandidaten bereits verloren, benennen die West-Berliner Filmemacher Klemens Becker und Werner Nitzschke einen aus 250 Strauß-Porträts geschnittenen Trickfilm mit Rundfunk- und Fernsehzitaten des Bayern. Der 11-Minuten-Streifen, derzeit als Vorfilm in Programmkinos, darf auch an "stillen Feiertagen" gezeigt werden (laut "Selbstkontrolle der Filmwirtschaft") und trägt den Titel: "Nachruf" -- wenn auch "auf einen Ananasfarmer".

DER SPIEGEL 34/1980
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