18.08.1980

Schöner malen auf dem Lande

Stadtflucht, Drang zur Idylle, zu alternativem Leben und Schaffen -- diese Gegenwartstendenz ist ein Thema des Ausstellungssommers 1980, freilich in historischem Rückblick. Während die Bremer Kunsthalle noch bis Ende des Monats die um die Jahrhundertwende florierende Künstlerkolonie Worpswede zur Schau stellt, widmet sich die Kasseler Orangerie bis 7. September einem nicht ganz so bekannten hessischen Musen-Landsitz: Im Dorf Willingshausen hatten akademiemüde Künstler schon früh im 19. Jahrhundert und jedenfalls bis zum Ersten Weltkrieg neben sanften Landschaftsmotiven eine intakte bäuerliche Kultur mit reicher ("Schwälmer") Tracht gefunden. Einigend für die "Kolonie" wirkte der Ort, kein Stilprinzip. Im Werk des erfolgreichsten Willingshäusers Carl Bantzer (1857 bis 1941) etwa verbanden sich impressionistische Sehweisen mit einer Monumentalisierung des Landvolks, die auch Blut-und-Boden-Ideologen gefallen konnte.

DER SPIEGEL 34/1980
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