20.02.2016

PersonalienHitlers Saboteur

Die Herausgeber der kritischen Edition von Adolf Hitlers "Mein Kampf", ein Team um den Münchner Historiker Christian Hartmann, haben in der Propagandaschrift einen Fehler entdeckt, bei dem es sich offenbar um Sabotage handelt. In der Auflage von 1933 hat ein bisher unbekannter Bearbeiter – vermutlich ein Verlagsmitarbeiter oder Setzer – eine regimekritische Änderung vorgenommen. Es geht um die antikatholische "Los-von-Rom-Bewegung" des Österreichers Georg von Schönerer. Hitler schrieb in der Originalfassung: "Er (Schönerer –Red.) nahm den Kampf gegen die Kirche auf in der Überzeugung, nur durch ihn allein das deutsche Volk noch retten zu können. Die ,Los-von-Rom-Bewegung' schien das gewaltigste, aber auch schwerste Angriffsverfahren, das die feindliche Hochburg zertrümmern mußte." Der Saboteur ersetzte "Los von Rom" durch "Los von Berlin". "Mein Kampf" wurde in München produziert, offenkundig träumte der unbekannte Hitler-Gegner davon, Bayern möge das "Dritte Reich" verlassen.
Von Klw

DER SPIEGEL 8/2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 8/2016
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Personalien:
Hitlers Saboteur