18.02.1980

Deutsche Zerstörer im Indischen Ozean?

Die Bundesregierung schreckt vor einer ungewollten Flottendemonstration zurück. Ende April sollen die Raketen-Zerstörer "Lütjens" und "Bayern" zu einer Übung im Indischen Ozean auslaufen und außer dem US-Stützpunkt Diego Garcia auch mehrere indische und afrikanische Häfen besuchen.
Die Reise war schon vor der Geiselnahme in Teheran und dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan vom Verteidigungsministerium und dem Auswärtigen Amt vorbereitet worden. Nun fürchten die Bonner, das Auftauchen von zwei Kriegsschiffen unter bundesdeutscher Flagge könne die gespannte Situation im Indischen Ozean weiter verschärfen.
Gegenwärtig kreuzen dort bereits zwei amerikanische Flugzeugträger-Gruppen, argwöhnisch beobachtet von sowjetischen Kriegsschiffen.
Die Vorbereitungen für die "Übungsreise in ausländische Gewässer", so die offizielle Bezeichnung, werden zwar fortgesetzt, den endgültigen Marschbefehl aber hat sich der Bundessicherheitsrat unter Kanzler Helmut Schmidt vorbehalten.
Die Amerikaner haben der Bundesregierung über ihre Botschaft inzwischen mitgeteilt, daß sie keinen Grund für eine Absage sähen.

DER SPIEGEL 8/1980
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