21.04.1980

Betr.: Sartre

Zwei Titelgeschichten über ihn, drei SPIEGEL-Gespräche sowie mehrere Interviews mit ihm, eine vierteilige Serie und etliche Artikel von ihm hat der SPIEGEL in den letzten drei Jahrzehnten veröffentlicht. Jean-Paul Sartre, am vergangenen Dienstag in Paris verstorben, hat niemals gezögert, sich mit seiner Philosophie der Öffentlichkeit zu stellen und selber Stellung zu beziehen. Er hat im SPIEGEL begründet, warum er Andreas Baader im Stammheimer Gefängnis besuchen wollte, und etwas später auch erklärt, warum "dieser Besuch bei Baader ein Fehlschlag war". "Was immer er sagte", erinnert sich Dieter Wild, Leiter des Auslandsressorts, "selbst wenn es einem politisch gänzlich abwegig erschien, vermittelte den Eindruck absoluter Aufrichtigkeit." Dabei geriet er immer in Gefahr, vermarktet zu werden. Als er vor einem SPIEGEL-Gespräch zu erkennen gab, dass er es gern sähe, wenn statt eines Honorars der SPIEGEL einen entsprechenden Betrag deutschen Studenten überlassen würde, den Walter Busse, Chef des Herausgeber-Büros, dann auch an den Rechtshilfe-Fonds des Hamburger Asta überwies, protestierten noch linkere Linke und erstatteten Strafanzeige gegen Busse wegen Untreue. Angeblich wussten sie es besser, wem Sartres Treue galt.

DER SPIEGEL 17/1980
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 17/1980
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Betr.: Sartre