21.04.1980

Schwarze Balken für Delius-Gedicht

Für das "nonkonformistische Förderungsprogramm" bedankte sich Schriftsteller F. C. Delius im Oktober 1979 bei seinem Gegner Helmut Horten: Der hatte durch sein arg spätes Vorgehen gegen Delius' "Moritat auf Helmut Hortens Angst und Ende" dem Gedichtband "Ein Bankier auf der Flucht" (Rotbuch Verlag) vier Jahre nach Erscheinen noch einmal zu Publicity verholfen. Horten wollte drei Zeilen aus der Moritat getilgt wissen, scheiterte aber in der ersten Instanz. In der Berufung verlangte er ein Verbot der gesamten Moritat. Mit diesem Kaliber hatte er mehr Glück: Das Hanseatische Oberlandesgericht verurteilte Delius und seinen Verlag, zwei Zeilen zu streichen. Künftig dürfen sie über Horten nicht mehr verbreiten: Es "schwitzen die von ihm bezahlten Politiker über Gesetzen, / die ihm genehm sind und seine Gegner zerfetzen". Durch diese Formulierung fühle sich der ehemalige Kaufhaus-Krösus zu Recht verletzt. Gegen das Urteil kann Revision beantragt werden.

DER SPIEGEL 17/1980
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