21.04.1980

IBM-Computer als Diktiergerät

Einen "ermutigenden Schritt" vorwärts auf dem "schwierigen Weg" zur automatischen Sekretärin melden Wissenschaftler bei IBM. Forschungsziel, so erläuterte Team-Chef Frederick Jelinek auf einem Kongreß in Detroit, sei eine Maschine, die den kontinuierlichen Redestrom eines beliebigen Sprechers analysieren, "verstehen" und in geschriebenen Text umwandeln könne, gleichsam "eine äußerst fortgeschrittene Diktiermaschine". Experimentiert wird gegenwärtig mit einem Computer, der 1000 Wörter versteht (ausgewählt aus dem Vokabular amerikanischer Patentanwälte auf dem Gebiet der Lasertechnik). Die Maschine hört einstweilen nur auf jeweils einen bestimmten Sprecher, der ihr 900 "Übungssätze" zuvor per Mikrophon eingeben muß. Bei Diktiertests machte die Maschine nur etwa neun Prozent Fehler, sie arbeitet jedoch noch extrem langsam: Bis ein 30 Sekunden langer Satz von dem Rechner korrekt analysiert und ausgeschrieben war, vergingen im Durchschnitt 100 Minuten.

DER SPIEGEL 17/1980
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