21.04.1980

Sorgen um die Sonne

Scheint die Sonne noch -- oder ist das lebensspendende Zentralgestirn in Wahrheit schon fast erloschen? Mit dieser Frage umschrieb die britische Wissenschaftszeitschrift "Nature" eine Befürchtung mancher Wissenschaftler. Die Sorge beruht auf der Beobachtung, daß sogenannte Neutrinos, Partikel ohne elektrische Ladung, in sehr viel geringerer Zahl von der Sonne eintreffen, als die Kosmologen berechnet haben: Nur ein Drittel der zu erwartenden Neutrinos kommt auf der Erde an. Für dieses Rätselphänomen, so "Nature", gibt es zwei Erklärungen: Entweder verlieren die Neutrinos auf dem Weg zwischen Sonne und Erde zwei Drittel ihrer Intensität -- dann aber müßten sie entgegen bisheriger Ansicht Masse haben, was zu einer neuen physikalischen Theorie gut passen würde. Oder dem gesamten Sonnensystem steht eine Energiekrise mit ewiger Nacht und Weltraumkälte bevor -- das Zentralgestirn ist im Innern nahezu ausgebrannt, und was da von der Sonne scheint, wäre nur mehr das letzte Glühen ihrer äußeren Schichten.

DER SPIEGEL 17/1980
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