21.04.1980

PERSONALIENFranz Josef Strauß

Franz Josef Strauß, 64, Bayerns Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat, behauptete in einem Interview mit dem rechten "Deutschland-Magazin" (Überschrift: "Mein Programm für Deutschlands Zukunft"), das in der August-Ausgabe 1979 veröffentlicht wurde, die Hakenkreuzschmierereien in der Bundesrepublik würden von kommunistischen Geheimdiensten veranlaßt, die rechtsradikale Mini-Organisationen gegründet hätten. Strauß: "Das ist bis in letzte Einzelheiten bewiesen." Als aus den Reihen der SPD im Dezember schriftlich bei der Staatsregierung nachgefragt wurde, welche "unwiderlegbaren Beweise" es denn dafür gebe, ließ Strauß seinen Innenminister Gerold Tandler recherchieren. Der brauchte über drei Monate, konnte seinem Regierungschef aber auch nicht helfen. Die zwei Schreibmaschinenseiten lange Antwort fiel mager aus: "Nach Auskunft der bayrischen Staatskanzlei wollte der Herr Ministerpräsident ... sagen, daß aufgrund der Erkenntnisse zu den Vorgängen von 1959/60 der Verdacht veranlaßt sei, Ostorganisationen stünden auch hinter den antisemitischen Ausschreitungen der jüngsten Zeit."

DER SPIEGEL 17/1980
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