21.04.1980

BERUFLICHESJulius Hackethal

Julius Hackethal, 58, Chirurg aus Lauenburg, Buchautor ("Auf Messers Schneide") und Ärztekritiker, der 1977 nach seinen Attacken auf die Standesorganisationen der Ärzte auf seine Zulassung als Kassenarzt verzichtete, kann jetzt diesen Status wiedererlangen. Der 6. Senat des Schleswig-Holsteinischen Landessozialgerichts in Schleswig entschied am vergangenen Freitag, daß die Kassenärztliche Vereinigung des nördlichsten Bundeslandes, die dem Chirurgen einen kurz nach seinem Verzicht gestellten Antrag auf erneute Zulassung abschlägig beschied, den mißliebigen Kollegen nun doch wieder in ihre Reihen aufnehmen muß. Hackethal, so heißt es in der Begründung des Gerichts, habe seit 1977 das kassenärztliche System nicht mehr haßerfüllt bekämpft. Mit seinem Urteil hob das Landessozialgericht eine Entscheidung des Sozialgerichts Kiel auf, das im November 1978 die Klage des Chirurgen gegen die Nichtzulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holsteins abgewiesen hatte. Hackethal, der seine Lauenburger Praxis Ende 1979 geschlossen hat, hält es "für möglich", daß er sich im Spätsommer dieses Jahres erneut als Kassenarzt niederläßt. Im Augenblick schreibt der Professor an seinem sechsten Buch (Titel: "Operation -- ja oder nein?"), das zur Herbst-Buchmesse erscheinen soll.

DER SPIEGEL 17/1980
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 17/1980
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

BERUFLICHES:
Julius Hackethal