27.07.1981

GESTORBENAlexander Kotikow

Alexander Kotikow, 79. Als der Generalmajor im April 1946 sowjetischer Stadtkommandant von Berlin wurde, marschierten die alliierten Berlin-Besetzer bei Paraden noch gemeinsam. Doch während der Amtsführung des gelernten Kesselschmiedes aus dem Tula-Gebiet wurden die Beziehungen frostig, die Trennung der Stadt in den Ost- und Westteil zeichnete sich deutlich ab. Und Kotikow, der rosig-rundgesichtige Mann, der auf Gesellschaften im eleganten, cremefarbenen Uniformrock aus Kaschmirseide erschien und in seiner Freizeit Insekten sammelte, erwies sich bei politischen Entscheidungen als harte Nuß. Im Juni 1947 weigerte er sich, den mit großer Mehrheit von der Berliner Stadtverordnetenversammlung zum Oberbürgermeister von Groß-Berlin gewählten Ernst Reuter zu bestätigen; Ost-Berlin erhielt 1948 einen eigenen Magistrat unter der Führung von Friedrich Ebert (Photo, r., mit Kotikow, M.), dem Sohn des ehemaligen Reichspräsidenten. 1950, ein Jahr nach dem Ende der Berliner Blockade, wurde Kotikow abgelöst. Jetzt starb der Generalmajor in Moskau.

DER SPIEGEL 31/1981
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