24.08.1981

Werner Schroeters Liebe der Matrosen

Als Werner Schroeter noch Monumentalfilme mit der kleinen 16-mm-Kamera drehte, hatte er ein Szenario mit Hollywood-Glamour entworfen: Schauplätze einer Liebestragödie zwischen zwei Matrosen sollten die malerischsten Häfen von Neapel über San Francisco bis Hongkong sein. Der teure Kinotraum schien unrealisierbar. 1978, als arrivierter Profi, ist Schroeter zur Produktionsweise seiner Anfänge zurückgekehrt, um das Matrosen-Melodram doch noch zu drehen -- in einer Woche, mit einem Budget von rund 30 000 Mark. Das Resultat "Weiße Reise" läuft nun in deutschen Programmkinos: ein Stummfilm mit exaltierter Musik, einziger Schauplatz ein leeres Haus, in dem die Szenerien kindlich bunt auf die Wände gepinselt sind --Naiv-Kino für Marine-Freaks.

DER SPIEGEL 35/1981
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