24.08.1981

Sauerstoff-Sack für Lungenkranke

Ein tragbares Sauerstoffsystem, das schwer Lungenkranken erlaubt, sich bis zu zwölf Stunden lang frei zu bewegen, hat der amerikanische Thorax-Chirurg Henry J. Heimlich entwickelt. Dabei wird der Sauerstoff durch einen dünnen Katheter direkt in die Luftröhre geleitet, die der Chirurg zuvor mit einem Mikroschnitt, nicht größer als das Loch für einen Ohrring, eröffnet hat. Auf diese Weise ist der Sauerstoffverbrauch sehr viel geringer, als wenn der Schlauch, wie in Kliniken üblich, durch die Nase geführt wird. Mit dem tragbaren System lebt ein Heimlich-Patient, der sich vorher von einem Sauerstoffgerät neben seinem Bett nicht hatte fortbewegen können, schon seit elf Monaten -- er arbeitet als Lastwagenfahrer. Seinen Tagesbedarf von sechs Pfund Sauerstoff trägt er in einer Schultertasche bei sich. Chirurg Heimlich (der auch einen Not-Griff gegen Erstickung etwa durch eine Fischgräte erfunden hat) ließ sich bei der Entwicklung des Sauerstoffgeräts von US-Astronaut Neil Armstrong beraten, der als erster Mensch -- mit einem Sauerstoffpaket auf dem Rücken -- den Mond betreten hat.

DER SPIEGEL 35/1981
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