29.06.1981

Hohe Überschüsse dank schwacher Mark

An den Milliarden-Gewinnen, die ihr Institut derzeit erwirtschaftet, haben die Frankfurter Bundesbankiers keine rechte Freude. Denn die riesigen Notenbank-Überschüsse sind darauf zurückzuführen, daß eine internationale Hochzins-Phase mit einer Periode der Dollar-Stärke gegenüber der Mark zusammenfällt. Die hohen Zinsen bringen zwar reichen Ertrag bei Anlage der Währungsreserven; aber sie lähmen die deutsche Konjunktur. Der hohe Dollar-Kurs sorgt zwar dafür, daß der in Mark gerechnete Wert der in Dollar gehaltenen deutschen Währungsreserven nicht sinkt, aber er führt über verteuerte Wareneinfuhren zu einem Inflationsimport. Obendrein ist zu befürchten, daß die Notenbank-Gewinne, die nach Dotierung der Rücklagen voll an den Bund abzuführen sind, den Spar-Elan Bonns bremsen werden. Denn es ist bequemer, mit den Milliarden aus Frankfurt Haushaltslöcher zu stopfen, als den Schuldenstand des Bundes zu senken.

DER SPIEGEL 27/1981
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