29.06.1981

Frühmenschen - schreckliche Jäger?

Drei junge Forscherinnen grauste es auf einem eine halbe Million Jahre alten Schlachtplatz: Der erste mit einiger Vernunft begabte Zweibeiner hat schon systematisch nahe Artverwandte umgebracht. An einem ehemaligen See in Kenia, berichten die US-Anthropologin Dr. Pat Shipman und die Studentinnen Wendy Bosler und Karen Lee Davis, lagen Tausende von Steinwerkzeugen dieses Vorfahren der Neandertaler und der heute lebenden Menschen zwischen den Skeletten von 90 Riesenpavianen. Offenbar hatten die Frühmenschen, die bereits Feuer machen konnten, organisierte Jagd betrieben, Kleidung trugen und Schutzhütten bauten, den ihnen an Größe und Gewicht vielleicht sogar überlegenen Affen mit anderthalb Kilo schweren Handäxten die Schädel eingeschlagen. Bisher war nur bekannt, daß der Homo erectus Antilopen, Schweine, Nilpferde und Elefanten jagte. Ob er die Paviane rituell oder wegen ihres Fleisches tötete, meint Dr. Shipman, sei kaum zu ergründen -- es habe jedenfalls "etwas schrecklich Menschliches".

DER SPIEGEL 27/1981
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