29.06.1981

BERUFLICHESMark David Chapman

Mark David Chapman, 26, bekannte sich vor dem New Yorker Richter Dennis Edwards schuldig, den Musiker John Lennon, 40, im Dezember vergangenen Jahres mit fünf Revolverschüssen getötet zu haben (nach US-Recht: Mord ersten Grades). In Gebeten sei er zu der Einsicht gekommen, Gott verlange dieses Bekenntnis von ihm. Damit entfiel die Notwendigkeit zur Wahl einer Jury, die langwierig geworden wäre. Denn die Verteidigung hätte die Kandidaten abgelehnt, die sich als Liebhaber der Musik der Beatles zu erkennen gegeben hätten. Und dem Einspruch der Anklage wären die Geschworenen zum Opfer gefallen, die sich gegen die Musik der Beatles ausgesprochen hätten. Auch unterbleibt damit eine mehrmonatige Hauptverhandlung, in der die Psychiater der Anklage und der Verteidigung sich gegenseitig entwertet hätten. Richter Edwards wird nun allein das Urteil fällen und am 24. August verkünden. Vorher wird er Psychiater hören, die er beauftragt hat. Falls diese Chapman für schuldunfähig erklären, wird sein Schuldbekenntnis unberücksichtigt bleiben. Er würde dann in eine Anstalt eingewiesen werden.

DER SPIEGEL 27/1981
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