05.03.2016

HausmitteilungBetr.: Titel, AfD, Bier

Die Festung Europa sollte es nie geben, doch jetzt wird sie gebaut. Neue Zäune wachsen zwischen Bulgarien und der Türkei, zwischen Ungarn und Serbien, zwischen Mazedonien und Griechenland. Über 12 000 Flüchtlinge warten am Grenzübergang im griechischen Idomeni auf die Weiterreise nach Mazedonien, sie stehen an der neuen Südgrenze Europas, an der nicht nur ihre Flucht, sondern auch die Politik der offenen Grenzen von Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Ende findet. Ein Team von Redakteuren hat vor Ort recherchiert, in Griechenland in Idomeni, Athen, Piräus; in Brüssel, Berlin und entlang der Balkanroute. Sie sprachen unter anderen mit Giannis Mouzalas, dem griechischen Minister für Einwanderung, Chef von 20 Mitarbeitern. Er nannte die Lage in Piräus, in dessen Hafen täglich Tausende Flüchtlinge anlanden, "furchterregend". SPIEGEL-Redakteurin Julia Amalia Heyer, die dort die Ankunft der Fähren beobachtete und mit Flüchtlingen sprach, glaubt, dass es so bald nicht besser werden wird: "Die Griechen werden sich wohl damit arrangieren müssen, dass sich Griechenland verwandelt, vom Transit- in ein Bleibeland." Seite 14

Am Sonntag der kommenden Woche wird in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt gewählt, und bewahrheiten sich die Umfrageergebnisse, zieht die AfD in allen drei Bundesländern in den jeweiligen Landtag ein. Wie sprechen die Politiker dieser Partei auf Wahlkampfabenden zu ihren Gästen? Wie mobilisieren sie ihre Anhänger? Und was fordern die Wähler von der AfD? Um das herauszufinden, ist Maik Großekathöfer in die drei Bundesländer gereist. In Balingen, Zeitz und Neuwied hat er die Reden der Kandidaten und ihre Dialoge mit dem Publikum protokolliert. Sie zeigen, dass es den Wählern der AfD vor allem darum geht, gegen etwas zu sein, nicht für etwas. "Im Westen sind es Protestwähler, die zusammenkommen", sagt Großekathöfer, "frustrierte Grüne und ehemalige CDU-Anhänger. Im Osten sympathisieren die Menschen aus Überzeugung mit der AfD." Was sie eint, ist die Angst vor Veränderung. Seite 66

Das deutsche Reinheitsgebot gilt als große Errungenschaft der Lebensmittelbranche. Im April wird es 500 Jahre alt, und die Brauerlobby feiert es als Meilenstein im Verbraucherschutz, als lobenswertes Beispiel für unverfälschten Genuss. In Wahrheit aber ist das Gebot nur ein Mythos. Große Brauereien tarnen mit dem vermeintlichen Gütesiegel ihr Einheitsbier. Nils Klawitter hat sich auf eine Reise durch die Bierrepublik Deutschland gemacht, hat Verteidiger und Kritiker des Gebots besucht und musste erfahren, dass in deutschen Braukesseln längst nicht mehr nur Gerste, Hopfen und Wasser zu finden sind, sondern auch chemische Hilfsmittel und Pestizide. "Das Reinheitsgebot", urteilt Klawitter, "ist eher Verbrauchertäuschung als Verbraucherschutz." Seite 74

DER SPIEGEL 10/2016
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Betr.: Titel, AfD, Bier

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