05.03.2016

RückspiegelZitate

Die "Frankfurter Allgemeine" über einen Wahlkampfauftritt des AfD-Politikers Björn Höcke im baden-württembergischen Geislingen an der Steige:
Bei der AfD gehört es zu den Ritualen solcher Veranstaltungen, zunächst ein paar kritische Worte an die Vertreter des "politisch-publizistischen Kartells" zu richten, in diesem Fall geht es um eine angeblich ganz besonders schlimme Abteilung dieses Kartells, nämlich die Zeitschrift SPIEGEL, die Höcke ein "informelles Propagandaministerium" nennt. Die Magazinmacher hatten die AfD-Vorsitzende vor der Fassade des Reichsparteitagsgebäudes der NSDAP gezeigt. "Das ist eine unentschuldbare Grenzverletzung", ruft Höcke. "Pfui, Pfui, Pfui!", brüllen einige Zuhörer zustimmend. "Die Deutschen haben die Nase voll von Meinungs- und Mediensozialismus. Wir fordern Presse- und Meinungsfreiheit." Höcke bekommt wieder viel Applaus. "So isches, so isches", wird immer wieder gerufen. Niemand fragt, was das überhaupt sein soll, "Meinungssozialismus".
Die "Neue Zürcher Zeitung" zum SPIEGEL -Essay "Der Wutbürger" (Nr. 41/2010):
Manchmal sind Wortkreationen so knackig, dass ihnen die schnelle Integration in den allgemeinen Sprachgebrauch garantiert ist. Etwa jene des Wutbürgers. Ob dieser vom SPIEGEL erschaffen wurde, müssten Linguisten noch abklären. Jedenfalls hatte der Wutbürger im Oktober 2010 beim Hamburger Magazin wohl erstmals einen großen Auftritt. Der Journalist Dirk Kurbjuweit widmete ihm einen großen Essay. Nur zwei Monate später wählte ihn die Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres. Seither geistert der Begriff durch alle Kanäle. Dieser Tage trat er in den USA aus dem Dunkeln der Anonymität heraus. Der Wutbürger hat im Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, so die Einschätzung, seine politische Inkarnation gefunden.
Der "Freitag" zum Film "Spotlight", der davon handelt, wie Reporter den Kindesmissbrauch durch katholische Priester in der Erzdiözese Boston aufdeckten:
"Spotlight" wirft, wenn man so will, etwas von dem Glanz der Oscar-Statuetten auf jene Journalisten, die ihren Job in Deutschland gemacht haben. Peter Wensierski ( SPIEGEL), der Gewalt und Missbrauch an Heimkindern öffentlich und politisch machte ...

DER SPIEGEL 10/2016
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