27.09.1982

Geschlagen, vertrieben, verraten

SPIEGEL-Redakteur Siegfried Kogelfranz über das Schicksal der Palästinenser (II)
Jakob Herzl, ein wohlhabender Bankdirektor, und seine Frau Jeanette lebten als zeitgemäß assimilierte Juden in Budapest. Sie gingen kaum zur Synagoge und richteten ihrem zweiten Kind Theodor, 1860 geboren, auch nicht die jüdische Bar Mizwa, sondern eine Art Konfirmation aus.
Der Sohn selbst lernte sechs Sprachen - Hebräisch aber nur unlustig und mangelhaft. Er wäre am liebsten "als preußischer Adeliger" zur Welt gekommen, sagte er einmal. Aus dem Wohltätigkeitsverein der Jüdischen Gemeinde von Budapest wurde er, weil er keine Beiträge zahlte, ausgeschlossen.
In Wien trat der Student der deutschnationalen schlagenden Burschenschaft "Albia" bei. Als Kneip-Namen legte er sich, wohl nicht ahnend, welchen Symbolgehalt dies später einmal haben sollte, "Tancred" zu - nach dem Kreuzritter und Eroberer Palästinas.
Bald darauf aber, während eine Welle des Antisemitismus über Europa schwappte, warf die "Albia" das jüdische Mitglied Theodor Herzl wieder aus ihren Reihen.
Im Wien des antisemitischen christsozialen Karl Lueger, einer Stadt, in der über 70 000 Juden lebten, zehn Prozent der Bevölkerung, machte damals ein primitiver Spottvers die Runde: "Was der Jude will, ist einerlei, in der Rasse liegt die Schweinerei."
Doch noch bezog Herzl nicht Stellung. Er promovierte zum Doktor juris, heiratete, schrieb ohne Erfolg Theaterstücke, Romane, Kurzgeschichten, dann Artikel für die "Neue Freie Presse", die angesehenste Zeitung der Monarchie, und ging 1891 als deren Korrespondent nach Paris.
Aber auch dort holte ihn der Antisemitismus ein, diesmal jener der französischen Linken, der sich in der Schmäh-Schrift "Die Juden, Könige unserer Zeit" von Alphonse Toussenel niederschlug.
Da begann auch der Jude Herzl Wirkung zu zeigen. Er schrieb ein Stück "Das neue Ghetto", in dem der Satz vorkommt: "Juden, meine Brüder, man wird Euch erst wieder leben lassen, wenn Ihr wißt, wie zu sterben ..."
Wie man die Juden sterben lassen könnte, darüber machten sich in jenen Tagen Antisemiten allenthalben in Europa ihre eigenen Gedanken.
Ein Abgeordneter namens Schneider wütete über die jüdischen Bürger "er Monarchie: Wir füttern in Österreich vier Millionen Juden, " " welche nichts arbeiten ... Hinaus mit den Juden aus " " Österreich, dann wird es in Österreich wieder wunderschön und " " gut sein ... Warum soll dieses gottverfluchte Gesindel nicht " " vom Erdboden vertilgt werden? "
Im Rußland des Zaren sah der Oberprokurator des Heiligen Synod die Lösung des Judenproblems so: "Ein Drittel wird aussterben, ein Drittel auswandern, ein Drittel konvertieren." Beim "Aussterben" halfen Pogrome, Überfälle des Mobs auf jüdische "Stättel", bei denen wahlos gemordet, geschändet, geplündert und gebrandschatzt wurde, Freizeitspaß vor allem der Kosaken.
In Frankreich selbst wurde die Justizaffäre um den angeblichen Landesverräter Hauptmann Dreyfus für Herzl zum Katalysator seiner Gefühle als Jude, zum endgültigen Anstoß des "Exodus aus Europa" und eines "nationalen Judentums".
Er verfaßte Denkschriften zur Lösung der Judenfrage, die in einem phantastischen Plan gipfelten: Die Juden müßten ihren eigenen Staat schaffen, in dem sie frei von Verfolgung leben könnten.
Herzl, mit schwarzem Vollbart, stets makellos gekleidet, eine imponierende S.155 Erscheinung, hatte die Vision von einem "gelobten Land, wo wir krumme Nasen, schwarze oder rote Bärte und gebogene Beine haben dürfen, ohne darum schon verächtlich zu sein ... Wo der Spottruf Jude! zu einem Ehrenworte wird wie Deutscher, Engländer, Franzose".
Wo außer "in uns selbst" dieses Gelobte Land geographisch liegen sollte, ließ Herzl erst einmal offen. Zwar dachte er unter anderem auch an Palästina, doch Mäzenen, die den Juden eine neue Heimat finanzieren sollten, wie dem Pariser Multimillionär Baron Maurice de Hirsch, lag das Land der Vorväter allzu nahe bei den russischen Judenschändern. Der Baron unterstützte eine Auswanderung der Juden nach Argentinien, war aber nicht auf dieses Ziel fixiert. Hirsch zu Herzl: "Es gibt Länder genug zu kaufen."
Herzls Idee war nicht so neu, wie er und seine Gefolgschaft sie sahen. Schon 1886 hatte der Journalist Moses Heß aus Bonn, Kollege von Karl Marx bei der Kölner "Rheinischen Zeitung", in seinem Buch "Rom und Jerusalem" seine Rassegenossen aufgerufen, sich nach dem Vorbild der italienischen Staatsgründung einen "freien nationalen Boden" zu erkämpfen - in Palästina.
Auch der Arzt Dr. Leon Pinsker aus Odessa hatte in seiner "Autoemanzipation" unter dem Eindruck neuer, scheußlicher Pogrome im Reich des Zaren für einen Judenstaat plädiert.
Die Pamphlete waren weitgehend unbeachtet geblieben. Die Masse der westeuropäischen Juden war assimiliert. Für Teile der orthodoxen Juden aber waren S.156 solche weltlichen Ideen Gotteslästerung. Sie glaubten, allein der Messias dürfe sie vom Leiden in der Diaspora erlösen.
Auf jeden Fall sah sich Herzl, der seine Idee in dem Buch "Der Judenstaat" zusammenfaßte, schon selbst als künftiger Herrscher der neuen Heimat. Die Hauptstadt sollte wie "ein besseres Wien" aussehen, die Sprache "wahrscheinlich Deutsch" sein. Seinem Freund, dem Schriftsteller Arthur Schnitzler, versprach Herzl den Posten eines Direktors des Nationaltheaters im neuen Staat. Verwandte sollten dort "Doge" oder "Senatoren" werden.
Ernst nahm ihn zunächst kaum jemand. Stefan Zweig fand den "Judenstaat" ein "abstruses Traktat". Ein Zeitgenosse spöttelte, wenn einer die Juden ins Gelobte Land führen würde, dann wohl "der Messias, und nicht ein Herr Dr. Herzl von der 'Neuen Freien Presse'."
Aber dort, wo die Juden unter brutaler Verfolgung litten, fielen Herzls Ideen auf fruchtbaren Boden - in den Ghettos Rußlands. Und paradoxerweise fand Herzl auch dort Widerhall, wo die Juden fast unbehelligt lebten - in England.
Der Londoner Millionär Sir Samuel Montagu brüstete sich, daß man Palästina für 2 Millionen Pfund haben könne. Und der englische Maler Hunt hatte auch schon Verwendung für die von Herzl in seinen Schriften weitgehend ignorierten Bewohner des künftigen Judenstaates Palästina: "Die Araber sind nichts als Holzfäller und Wasserschöpfer. Man wird sie nicht einmal enteignen müssen, denn sie könnten den Juden sehr gute Dienste leisten."
Herzl selbst hatte - zwar nicht in seinen offiziellen Schriften, aber doch in seinem Tagebuch - ebenfalls Lösungsmöglichkeiten für das Araberproblem parat. Eintragung vom 12. Juni 1895: "Die arme Bevölkerung trachten wir unbemerkt über die Grenze zu schaffen, indem wir ihr in den Durchzugsländern Arbeit verschaffen, aber in unserem eigenen jederlei Arbeit verweigern. Die besitzende Bevölkerung wird zu uns übergehen. Das Expropriationswerk muß ebenso wie die Fortschaffung der Armen mit Zartheit und Behutsamkeit erfolgen."
Herzl dachte tatsächlich daran, dem Sultan in Konstantinopel, der bei den europäischen Mächten tief verschuldet war, Palästina einfach abzukaufen. Er reiste, auf der Fahrt durch den Balkan von Juden bereits als Messias gefeiert, in die Türkei - und blitzte beim Sultan mit dem Anerbieten ab, die 100 Millionen Pfund Sterling Staatsschulden zu bezahlen (von denen er ohnehin noch kein Pfund hatte). Dabei sprach Sultan Abdul Hamid II. prophetische Worte: "Wenn mein Reich zerteilt wird, bekommen sie vielleicht Palästina umsonst."
Als er auch bei den Rothschilds und anderen jüdischen Millionären, die das Unternehmen Heimstatt bezahlen sollten, abgeschmettert worden war, berief Herzl im August 1897 den ersten Zionistenkongreß ein - nach Basel.
Im Stadtkasino beschlossen 208 Delegierte aus 16 Ländern, in Palästina eine jüdische Heimstätte zu schaffen, koste es, was es wolle. Der Zionist Israel Zangwill: "Die Juden saßen an den Flüssen Babylons und haben geweint, als sie an Zion dachten. Am Rhein bei Basel haben sie beschlossen, nicht mehr zu weinen." Ihre Hymne fürs neue Zion nannten sie "Hatikwa" (Hoffnung).
Für die Antisemiten Europas waren die militanten Zionisten willkommener Anlaß für neue Judenschmähungen und -verdächtigungen. Sie ziehen Herzl und seine Gefolgsleute "jüdischer Weltherrschaftspläne". Doch der deutsche Kaiser Wilhelm II. fand den Gedanken, auf diese Art seine - weitgehend integrierten und emanzipierten - Juden loszuwerden, durchaus angenehm: "Ich bin sehr dafür, daß die Mauschel nach Palästina gehen."
Auf dem zweiten Zionistenkongreß, ein Jahr später wieder in Basel, wurde erstmals jenes Problem offen angesprochen, das Palästina bis heute zu einem Sprengsatz der Weltpolitik macht.
Der Delegierte Leo Motzkin berichtete aus Palästina: "Die fruchtbarsten Gegenden unseres Landes sind von Arabern besetzt. Es sollen 650 000 Personen sein."
Ein anderer Delegierter beruhigte die aufgeschreckten Zuhörer freilich wieder, Palästina sei "zu 90 Prozent unterbevölkert". Und was dort siedle, sei "stammesverwandt", S.158 damit werde man sich "vertragen".
Herzl selbst warb in hektischen Terminen, Audienzen, Reisen Verbündete in seinem Kampf um den Judenstaat. Dem Großherzog von Baden bot er ein jüdisches Palästina als "deutsches Protektorat" an, weil "der Zionismus ja schließlich ein Teil der deutschen Kultur ist", die so in den Orient verpflanzt würde.
Über den Großherzog und den deutschen Botschafter in Wien, Graf Eulenburg, den der beredte Herzl zu überzeugen verstand, suchte Herzl Kontakt zu Wilhelm II.: "Er wird mich verstehen ... Aus Träumereien ist auch das Deutsche Reich entstanden."
Der Kaiser schien durchaus angetan: "Es wäre für Deutschland eine ungeheure Errungenschaft, wenn die Welt der Hebräer mit Dank zu mir aufblickt!"
Die Beziehung entwickelte sich. Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst ließ Herzl kommen und wollte wissen, welche Territorien die Juden wohl im Auge hätten: "Bis Beirut oder noch weiter?"
Darauf Herzl: "Wir verlangen, was wir brauchen - je mehr Einwanderer, desto mehr Land. Privatrechtlich wird es natürlich den jetzigen Einwohnern abgekauft werden" - Bewohnern, die der Oberzionist leichthin so definierte: "Araber, Griechen, die ganze 'mixed multitude' des Orients."
Der Kaiser, damals gerade auf dem Wege zu einem Besuch beim osmanischen Sultan und im Heiligen Land, wo er bei deutschen Missionaren und Siedlern Flagge zeigen wollte, befahl Herzl S.159 mit einer Zionisten-Delegation in den Orient. In Konstantinopel, vor seinem Besuch beim Sultan, empfing der Kaiser den jüdischen Staatsplaner. Der Zionist bat ihn, dem Türkenherrscher eine "Chartered Company" der Juden für Palästina nach Art der Britischen Ostindien-Kompanie vorzuschlagen.
Doch der Sultan zeigte absolut kein Interesse für die Pläne der Juden. Wilhelm wiederum hatte kein Interesse, die deutschfreundlichen Türken wegen der "Mauschel" zu verstimmen, und empfing Herzl, der ihm ins Heilige Land vorausgefahren war, nur noch kurz und kühl zur Entgegennahme eines Albums mit Bildern jüdischer Siedlungen in Palästina und einer von Kanzler von Bülow zuvor zensierten Erklärung - und vergaß fortan die zionistischen Pläne. Angeblich fertigte er Herzl sogar mit den Worten ab: "Der Zionismus ist eine prachtvolle Idee - nur mit den Juden ist sie nicht auszuführen."
Immerhin führte Herzls Reise ins Heilige Land - wo er auch jüdische Neusiedlungen besuchte und wo in den Basaren bereits das Gerücht umging, der "König der Juden" sei eingetroffen - zum ersten Protest der Araber Palästinas gegen die zionistischen Pläne.
Jussif Dijaeddin el-Chalidi, einer der Chalidis, die 638 nach Jerusalem gekommen waren und 1948 vor den Juden aus der Stadt flüchteten, früherer Bürgermeister von Jerusalem, Abgeordneter im türkischen Parlament und einstiger Sprachlehrer an der Orientalischen Akademie in Wien, schrieb an den Oberrabbiner von Paris, Kahn, einen Brief, in dem er Unheil beschwor: "Diese Wirklichkeit ist, daß Palästina heute ... von anderen Menschen als von Israeliten bewohnt wird." Die Verwirklichung des Zionismus würde mehr erfordern als Geld - nämlich Kanonen. Wenn der zionistische Druck auf Palästina anhalte, werde es eine Volksbewegung gegen die Juden geben.
Herzl antwortete: Gewalt käme überhaupt nicht in Frage. Als Volk hätten die Juden längst die Lust am Kriege verloren. "Sie sind ein völlig friedfertiges Element und wollen nur in Ruhe gelassen werden."
Die zionistische Bewegung wurde immer mächtiger. Auf dem dritten Kongreß waren bereits 1300 zionistische Vereine aus aller Welt vertreten.
Doch aus der Türkei kam schlechte Nachricht. Der kranke Mann am Bosporus, dessen Reich an allen Grenzen bröckelte, wollte sich mit einem Judenstaat im Staate nicht noch ein weiteres explosives Problem aufhalsen. Konstantinopel ließ die Zionisten wissen, daß die Hohe Pforte strikt gegen die Wiedererrichtung eines "Königreiches Judäa" sei.
Herzl: "Die Hure will den Preis hinaufsetzen, darum sagt sie, daß sie nicht zu haben sei." Mit 40 000 Franken Bakschisch in der Tasche machte er sich erneut auf nach Konstantinopel. Der Sultan bot den Zionisten Siedlungsraum für die Juden in Mesopotamien und anderen Plätzen des Türkischen Reiches an - bloß eben nicht in Palästina.
Doch Herzl ließ sich durch keinen Rückschlag mehr aufhalten. Sein Traum war zur fixen Idee geworden, für die er rastlos und verbissen kämpfte.
In seinem Buch "Altneuland" beschwor er die Zionisten, nicht nur eine neue Heimat, sondern auch einen neuen Menschen, eine neue solidarische Gesellschaft zu schaffen, die ein Beispiel für die Welt sein sollte, ein Beweis, wozu Juden imstande seien.
Er schwärmte von der "Bewässerung der Wüste" - ein Projekt, das später von Israel mit der Jordan-Ableitung in den Negev realisiert wurde; er plante einen Tunnel vom Mittelmeer zum Toten Meer zur Stromerzeugung, ein Vorhaben, das immer noch im Gespräch ist.
So realistisch der zionistische Phantast bei solchen Plänen war, so wirklichkeitsfern blieb er zeit seines Lebens, wenn es um die Araber ging, die schon dort saßen, wo die jüdische Heimstatt erst S.161 entstehen sollte. Fiktiver Dialog aus "Altneuland":
"Ihr seid eigentlich kurios, ihr Mohammedaner! Seht ihr denn diese Juden nicht als Eindringlinge an?"
Darauf der angesprochene gute Araber in Herzls Phantasie: "Wie sonderbar ist Ihre Rede! Würden Sie den als einen Räuber betrachten, der Ihnen nichts wegnimmt, sondern etwas bringt? Die Juden haben uns bereichert. Warum sollten wir ihnen zürnen? Sie leben mit uns wie Brüder. Warum sollen wir sie nicht lieben?"
Enttäuscht vom Kaiser und vom Sultan, bedrängte Herzl nun die Briten, seinen Plan eines "Erez (Land) Israel" zu unterstützen.
Bei einem Treffen mit Londons Kolonialminister Joseph Chamberlain versuchte er, diesem Zypern, das die Briten selbst erst unlängst von den Türken gekauft hatten, und die Halbinsel Sinai für die jüdische Kolonisation abzuschwatzen.
Chamberlain, der gerade aus Ostafrika zurückgekommen war, bot den Zionisten statt dessen Uganda an: "Da habe ich mir gedacht, das wäre ein Land für Dr. Herzl. Aber der will ja nur nach Palästina oder in dessen Nähe gehen."
Herzl zeigte aber durchaus Interesse - in der ihm eigenen großspurigen Art: "Später können wir auch Uganda besiedeln. Jetzt aber müssen wir El-Arisch haben!"
Der Sinai lockte ihn trotz seiner Unwirtlichkeit - er gehörte sozusagen fast zu Palästina. Saßen die Juden erst einmal im Sinai, war es nach Jerusalem nicht mehr weit. Eine zionistische Delegation hatte zudem bereits festgestellt, die Halbinsel könne bewohnbar gemacht werden, wenn man Wasser vom Nil dorthin leite.
Lord Cromer, der britische Generalkonsul in Kairo, setzte der Sinai-Spekulation ein jähes Ende: Der Nil habe nicht genug Wasser, die Kosten seien zu hoch, die Schiffahrt durch den Suezkanal könne durch das Projekt gefährdet werden.
In dieses fruchtlose Finassieren platzte die Nachricht von einem neuen grausamen Pogrom in Rußland: Aufgehetzt und gesegnet vom örtlichen Bischof hatte der Mob im bessarabischen Kischinew am Ostersonntag 1903 das Ghetto gestürmt und verwüstet: Etwa 50 Juden wurden ermordet, fast 600 verletzt oder vergewaltigt, 1500 jüdische Geschäfte und Häuser geplündert oder zerstört.
Das Massaker gab der Zionistenbewegung ungeheuren Auftrieb. Die Juden wollten nun ihre Heimstatt sofort. Die Briten boten wiederum Uganda an, wo eine Million Juden in einem Neu-Palästina Platz finden könnten. Herzl, in seinen Schriften, Forderungen, Plänen immer maßloser, wollte, ganz im Zeitgeist des Imperialismus, ein jüdisches Kolonialimperium in Afrika, das neben Uganda auch Belgisch-Kongo, Mosambik und Tripolis umfassen sollte. Auf dem Schwarzen Kontinent, meinte er, könnten die Juden ihre Eignung als Kolonisten beweisen und in Ruhe die Wiedergewinnung Palästinas vorbereiten.
Der Zionistenführer wollte gar den Erbfeind, den Zaren, für seine Pläne gewinnen. Er reiste nach Petersburg und wurde dort immerhin vom russischen Innenminister Wenzel von Plehwe und von Finanzminister Graf Witte empfangen - beide rabiate Antisemiten.
Plehwe zeigte alles Interesse, die "armen und dummen Juden" loszuwerden, denn: Unter der gesamten russischen Bevölkerung von 136 Millionen seien nur sieben Millionen Juden - leider seien aber 50 Prozent aller Revolutionäre Juden!
Herzls Antwort: "Helfen Sie mir ein Land zu finden, dann wird die Revolte vorbei sein. Und die Abwanderung der Juden zum Sozialismus auch."
Noch unerfreulicher verlief die Unterredung mit dem Grafen Witte, von dem Herzl die Erlaubnis zum Verkauf von Aktien des "Jewish Colonial Trust" an die Juden Rußlands erwirken wollte. Witte bedauerte, daß eine Endlösung der Judenfrage nicht möglich sei: "Ich pflegte noch dem verstorbenen Zaren Aleander III. zu sagen: Majestät, wenn man sechs bis sieben Millionen Juden im Schwarzen Meer ertränken könnte, wäre ich ganz dafür, aber da man das nicht kann, muß man sie leben lassen!"
Herzl, der Ermunterungen von der russischen Regierung für die Pläne der S.164 Zionisten erbat, wurde die Antwort zuteil: "Aber die Juden werden ja durchaus ermuntert zu emigrieren. Zum Beispiel durch einen Tritt in den Hintern."
Herzls Besuch bei den Judenfressern in St. Petersburg brachte ihm auf dem folgenden sechsten Zionistenkongreß ebensoviel Kritik vor allem der russischen Juden ein wie seine Afrika-Pläne. Sollte die vieltausendjährige Geschichte Israels im afrikanischen Dschungel enden, empörte sich ein Delegierter.
Leo Trotzki, einer von Plehwes "50 Prozent Revolutionären", prophezeite auf der Pressetribüne daraufhin das nahe Ende des Zionismus. Auch aus Uganda selbst kamen bissige Kommentare der britischen Kolonisten, die das Projekt als "Jewganda" verhöhnten.
Wenig später schwor Herzl allen Busch-Projekten öffentlich ab: "Wenn ich Dein vergesse, Jerusalem, so verdorre meine Rechte!"
Aber er reiste weiter durch die Welt in Sachen Zionismus und Palästina. Italiens König Viktor Emanuel III. ermunterte ihn: "Das Land ist sehr jüdisch. Es wird, es muß Ihnen gefallen. Es ist nur eine Frage der Zeit ... Wenn Sie erst eine halbe Million Juden dort haben."
Der Vatikan dagegen erwies sich als kompromißloser Gegner aller zionistischen Bestrebungen. Papst Pius X. beschied den Oberzionisten ein für allemal: "Die Juden haben unseren Herrn nicht anerkannt, daher können wir auch das jüdische Volk nicht anerkennen. Jerusalem darf nicht in die Hände der Juden fallen!"
Enttäuscht, verbittert und ausgelaugt vom jahrelangen fruchtlosen Ringen um den Judenstaat, den er nicht mehr erlebte, starb der herzkranke Theodor Herzl 1904 im Alter von 44 Jahren. Er wurde in Wien, begleitet von vielen Tausenden Trauernder, wie ein Prophet zu Grabe getragen.
Für viele Juden, insbesondere die verfolgten im Osten, wurde sein Tod zum Signal, Herzls Ideen zielstrebig zu verwirklichen. Für manche war er sogar der Anlaß zum Aufbruch ins Heilige Land - etwa für den 20jährigen David Grien aus Plonsk bei Warschau, der zum Tod Herzls gechrieben hatte: "Welcher Verlust, und dennoch bin ich heute mehr denn je davon überzeugt, daß wir Erfolg haben werden. Ich weiß, daß der Tag kommen wird, an dem wir in unser wunderbares Land, in dieses Land voll Wahrheit, Poesie, Rosen und prophetischer Visionen zurückkehren werden."
Zwei Jahre nach Herzls Tod landete David Grien in Jaffa und wurde als Mitglied von "Haschomer", der ersten jüdischen Selbstverteidigungs-Organisation, Wächter einer zionistischen Siedlung, eine Aufgabe, die zuvor gemietete Tscherkessen erfüllt hatten. Schon 1909 wurde Griens Dorf von Beduinen angegriffen, wurden Juden bei der Verteidigung ihrer neuen Heimat getötet.
David Grien hing den Ideen des Zionisten Dubnow an, der 1882 nach Jaffa gekommen war und es damals schon als "Endziel" betrachtet hatte, "im Laufe der Zeit die Gewalt über Palästina zu erlangen und dem jüdischen Volk seine Selbständigkeit zurückzugeben, die ihm seit 2000 Jahren versagt ist". Der Junge aus Plonsk, der vorübergehend von den Türken aus Palästina ausgewiesen wurde, der dieses Ziel ein halbes Jahrhundert später verwirklichen konnte - unter seinem neuen hebraisierten Namen, den er bald nach der Ankunft in Palästina angenommen hatte: David Ben-Gurion.
Nach der Gründung des Staates fand auch der Prophet von "Erez Israel" seine letzte Heimstätte in seinem Altneuland. Theodor Herzl wurde 1949, 45 Jahre nach seinem Tode, auf jenem Berg in Jerusalem endgültig begraben, der seinen Namen trägt.
Dort fand der Mann, dessen Ideen und Wirken der Judenstaat seine Existenz verdankt, seinen Frieden, den der Staat offenbar nicht finden kann. Denn, wie der Israeli Amos Elon, Verfasser der besten Herzl-Biographie, schrieb: "Die furchtbarste Ironie des Zionismus ist es, neben dem jüdischen Nationalismus auch den palästinensisch-arabischen Nationalismus geboren zu haben."
Bevor es zum gewalttätigen Zusammenstoß dieser beiden miteinander konkurrierenden Nationalismen kam, fanden im Heiligen Land, das immer noch den Türken gehörte und immer noch arabisch war, allerdings allerlei andere seltsame nationale Schaustellungen statt - mit den Deutschen in vorderster Front.
In Jerusalem buhlten die Konsuln der europäischen Mächte, die in Palästina ihre durchaus eigenen kolonialen Ziele verfolgten, zunehmend um die Gunst der Juden, deren Zahl seit der Gründung der zionistischen Bewegung rasch zunahm.
Ursprünglich hatte der Vertreter Ihrer Britannischen Majestät ungefragt die "Protektion" der Juden übernommen. In den 80er Jahren erhielt der Konsul des deutschen Kaisers Auftrag, die Betreuung der deutschen Juden Palästinas zu S.166 übernehmen, wozu großzügig auch die meist deutschsprechenden Ostjuden gezählt wurden.
1898 machte sich Kaiser Wilhelm II. höchstselbst zu einem bombastischen Besuch nach Jerusalem auf. Der Kaiser kam offiziell, um die evangelische Erlöserkirche in Jerusalem einzuweihen. Die Reise aber geriet zu einer Mischung aus Großmannssucht und Peinlichkeit.
Vom Londoner Reisebüro Cook organisiert, treckte ein schier endloser Zug von 1300 Pferden und Maultieren, 100 Kutschen, 12 Gepäckwagen mit dem Kaiserpaar vom Hafen Haifa über Jaffa nach Jerusalem. 230 Zelte, darunter ein Raucher- und Bibliothekszelt, boten den erlauchten Touristen das nötige Pläsier.
Für die Araber Palästinas war der kaiserliche Wanderzirkus das wohl seltsamste Schauspiel seit Menschengedenken. Die Reisechronik bestätigt die Weisheit des Wunderrabbis Ben Akiba, der vor fast 2000 Jahren in Palästina verkündet hatte, es sei "alles schon dagewesen" - schon 1898 dienten sich den Deutschen Gastarbeiter an: "Zwei prächtige, besser bekleidete schwarze Knaben im Alter von 14 bis 16 Jahren liefen über eine halbe Stunde neben dem Wagen her und ließen durch die Dolmetscher die inständige Bitte aussprechen, in das Land des Kaisers mitgenommen zu werden." In Deutschland könne man gut verdienen, hätten die Araber gehört.
Die heilige Stadt Jerusalem empfing den Kaiser aus Berlin mit fünf Ehrenpforten, darunter einer jüdischen. Während, so schildert es Erwin Roth in seinem Buch "Preußens Gloria im Heiligen Land", türkische Militärkapellen Weisen wie "Die Wacht am Rhein" oder "Tochter Zion, freue dich" schmetterten, überreichte ein Rabbiner "em Preußen eine Huldigung, in der es hieß: Gewähr, o Kaiser, " umstrahlt von des Himmels hehrer Weihe,
Daß auch Judäas Söhne huldigend Dir nahen,
" Ehrfurchtsvoll grüßend aus innerster Brust! "
Über die Araber urteilte der offizielle Hofbericht später: "Die mohammedanische Bevölkerung lebt in dumpfer, mißtrauischer Teilnahmslosigkeit und Entsagung freud- und friedlos, arm und genügsam dahin."
Soweit die Eingeborenen. Anders stand es natürlich mit den Siedlern und Kolonisten aus dem Abendland, sonderlich dessen deutschem Teil, die den Kaiser allenthalben mit "Deutschland, Deutschland über alles" begrüßten.
Sie wollten Palästina und seinen Bewohnern beibringen, wie es gemacht werden muß - getreu dem Spruch des Kaiser-Begleiters von Zieten-Schwerin: "Soll das Heilige Land wieder ein Land werden, wo Milch und Honig fließt, so kann das nur durch deutsche Kolonisten geschehen."
Die Deutschen standen den Jüngern des Theodor Herzl mit Rat und Tat bei, die nach dem Tod ihres Propheten darangingen, seinen und ihren Traum von der Heimstatt aller Hebräer allen Widerständen zum Trotz zu verwirklichen: Deutsche Templer bildeten jüdische Kolonisten aus, bevor diese selber neue Siedlungen beackerten, und belieferten die jüdischen Neuankömmlinge mit Lebensmitteln, Saatgut und Ackergerät.
Auch amtlich wurde den jüdischen Immigranten deutsche Hilfe zuteil: Als der Berliner Assessor Dr. Ruppin in Jaffa das Palästinaamt der Zionistischen Organisation einrichtete, konnte er auf die tatkräftige Unterstützung des deutschen Vizekonsuls Keller von den Templern in Haifa rechnen. S.167
Das Amt sollte endlich die Aktivitäten der Juden im Heiligen Land koordinieren. Denn noch arbeiteten, ähnlich wie die Christen-Sekten, auch die Juden der verschiedenen Einwanderungswellen (Alijas) eher gegeneinander an. Die Rothschild-Hilfeempfänger, um 1890 etwa 5000, wollten von den Zionisten wenig wissen. Die alteingesessenen orthodoxen Juden in Jerusalem, die im Gebet versunken des Messias harrten, hielten die weltlichen Ziele der Neueinwanderer schlicht für ein Sakrileg.
Dabei gingen die Zionisten zunächst durchaus umsichtig zuwege, nicht nur wegen der mißtrauischen Türken. Da sich die Theorie vom "Land ohne Volk für das Volk ohne Land", wie der Zionist Zangwill Palästina gesehen hatte, angesichts der Fakten nicht halten ließ - in Palästina lebten Ende des 19. Jahrhunderts ungefähr eine halbe Million Araber -, galt nun das Schlagwort, die Wüste zum Blühen zu bringen und zu bevölkern (so der spätere Israel-Premier Eschkol, der 1914 nach Palästina kam).
Freilich entsprach auch dies oft nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Der "Baedeker" von 1912 etwa lobte ausdrücklich die "Fruchtbarkeit vieler Landstriche mit ihren Orangenhainen, Olivenplantagen und Getreidefeldern" in Palästina. Der Apfelsinenexport nach Europa erreichte schon vor dem Ersten Weltkrieg 1 608 570 Kisten im Wert von 297 700 Pfund.
Zudem sperrten sich die türkischen Herren des Landes, denen die Betriebsamkeit aller möglichen Interessenten in ihren palästinensischen Besitzungen längst nicht mehr geheuer war, gegen eine Masseneinwanderung und gar die Gründung eines Staats im osmanischen Staate. Es wurden Zuzugsbeschränkungen erlassen.
Dies waren freilich eher theoretische Hindernisse, die sich gegenüber der total korrumpierten Bürokratie des Sultans per Bakschisch überwinden ließen. Teurer war die tatsächliche Ansiedlung von Tausenden Einwanderern.
Die Mittel dafür kamen aus dem "Jüdischen Nationalfonds" ("Keren Kajemeth Lejisrael") und dem "Jewish Colonial Trust", den Herzl begründet hatte und zu dem vor allem die assimilierten Juden beisteuerten, die selber nicht ins Gelobte Land ziehen wollten.
Um den Landkauf für den "Jishuw", die Juden in Palästina, zu koordinieren, gründeten die Zionisten eine "Palestine Land Development Company".
Land wurde nicht einfach dort gekauft, wo es zu haben war, sondern strategisch gezielt an Orten, die eine künftige Beherrschung ganz Palästinas erlauben würden - getreu den Vorschlägen des Zionisten "ranz Oppenheimer auf dem sechsten Kongreß der Organisation: Nun," " meine Freunde, wir sollen ein Netz von Bauernkolonien über " " das Land spannen, das wir erwerben wollen. Wenn man ein Netz " " spannt, so schlägt man erst an den Stellen die Haken ein, " " zwischen denen das Netz entstehen soll, dann knüpft man " " zuerst grobe, schließlich immer feinere Maschen. Wir haben, " " soweit wie der dafür verfügbare Teil unserer Mittel reicht, " " in allen Teilen des Landes große Grundflächen zu erwerben. "
Schon 1891 gab es einen palästinensischen Massenprotest gegen den Land-Handel, der daraufhin von der Hohen Pforte beschränkt wurde - ohne konkretes Ergebnis.
Die palästinensische Zeitschrift "Al-Muktataf" prophezeite schon damals, es bestehe die Gefahr, daß die Juden Land, Handel und Industrie in die Hand bekämen: "Warum wollen die Europäer eigentlich ihre Juden loswerden? Warum wird nicht bei den russischen, rumänischen und bulgarischen Regierungen interveniert, damit die ihre jüdischen Bürger besser behandeln, statt sie zu verfolgen und nach Palästina zu schicken ... Denn das wird, wenn es so weitergeht, zu einem gewaltsamen Konflikt führen."
Das von den Zionisten gekaufte Land sollte "für immer" jüdisch bleiben - und, zweite Bedingung, "araberfrei" gemacht werden. Arabische Pächter auf dem von Juden erworbenen Boden mußten ihre Häuser und Äcker sofort räumen. Im Gegensatz zu den 19 Rothschild-Siedlungen, die arabische Landarbeiter beschäftigten, durfte auf Zionisten-Grund kein Nichtjude arbeiten: Nach zionistischer Lehre sollte das Händlervolk seßhaft werden und von seiner Hände Arbeit leben, statt von Geldgeschäften, mit denen sich die Juden in der Welt so unbeliebt gemacht hatten.
Für die Reinhaltung der "Avoda Iwrit" (jüdischen Arbeit) sorgte die "Histadrut", die von Anfang an sehr viel mehr als eine Gewerkschaft war, als die sie offiziell gegründet wurde. Fremde gegen Lohn für sich arbeiten zu lassen, das verbot das Arbeitsethos, das die Zionisten ihrer Neugründung verschrieben hatten.
Der amerikanische Zionist Brandeis meinte, daß sich durch das Arbeitsverbot für Araber bei Juden auch "die arabische Frage von selbst lösen" würde. Die arbeitslosen Araber würden auswandern und die jüdischen Einwanderer ihren Platz übernehmen".
Die Kibbuzim, landwirtschaftliche Kollektivbetriebe, in denen die Stadtmenschen aus Osteuropa endlich Ackerbauern S.168 werden konnten, wurden als Forts der Eroberung des Landes militarisiert, erst durch die "Selbstschutzbewegung" des Haschomer, später durch die vom radikalen Zionisten Wladimir Jabotinsky begründete Haganah.
Die vom libanesischen Litani bis zum Rand der Negev-Wüste weit verstreuten Siedlungsgenossenschaften schufen sich eigene Justiz, Polizei, Parteien, Krankenkassen, eigene Steuern und eine eigene Währung. Sie erhoben "Tozeret Iwrit" zum Gebot, das heißt, Juden sollten möglichst nur jüdische Waren kaufen.
Schon der fünfte Zionistenkongreß hatte, um die Einwanderer aus vielen Nationen zusammenzuschweißen, die in 40 verschiedenen Sprachen redeten, Hebräisch als Staatssprache für Erez Israel verordnet.
Zahllos sind die Zitate der Ur-Zionisten, die ihre Absicht beweisen, in und um Palästina ein Groß-Israel zu schaffen, was immer das später einmal für die dort siedelnde Bevölkerung bedeuten würde. Der Rabiat-Zionist Jabotinsky wollte gar ein Erez Israel vom Suezkanal bis zum Euphrat.
"Von der freiwilligen Versöhnung" mit den Arabern, so Jabotinsky - seiner paramilitärischen Jugendorganisation gehörte in Polen der junge Menachem Begin an, der ihn als geistigen Ziehvater verehrt -, "kann keine Rede sein." Für ihn waren Araber "die Päderasten aus Nablus, das Gesindel von Jaffa".
Durch Masseneinwanderung sollte das Land bevölkert werden, gefördert von der immer schlimmer werdenden Verfolgung der Juden in Osteuropa. Die Wellen der Einwanderung entsprachen den Wellen des Antisemitismus, vor allem im Russischen Reich.
Zwischen 1880 und 1914 kamen über 60 000 Juden vornehmlich aus Rußland und Rumänien nach Palästina, wo 1914 dann rund 80 000 Juden unter mehr als 700 000 Arabern lebten, 1909 gründeten 60 jüdische Familien die erste rein jüdische Stadt, Tel Aviv (hebräisch für Herzls Altneuland), in einer Dünenlandschaft am Meer nahe Jaffa. Dabei mußten sie widerwillig doch die Hilfe arabischer Bauarbeiter in Anspruch nehmen: Das erste, von den unerfahrenen Juden selber gebaute Haus stürzte gleich wieder ein.
Für den Zionisten Nahum Goldmann, der später den Zionismus und die Araber wahrhaft anders beurteilte und für eine Veröhnung der semitischen Vettern eintrat, war Tel Aviv damals - bei seinem ersten "esuch 1914 - "ein Traum": Ich will kaum glauben, was ich da sehe" " Vor mir eine herrliche Straße, sauber wie die schönste Allee " " in Europa, zu beiden Seiten geschmackvolle Häuser ... Tränen " " steigen mir empor, Tränen des Glücks und der Freude. Hier zum " " erstenmal bin ich in Erez Israel, im neuen Erez Israel, im " " Altneuland ... dieses eine Tel Aviv bedeutet hundertfach mehr " " als alle Theorien ("Reisebriefe aus Israel"). " S.169
In Megdel am Tiberiassee, der "Privatfarm einer Gruppe reicher Moskauer Zionisten", stieß Nahum Goldmann auch auf das Problem der "Araber, die früher auf dem Boden wohnten und nicht hinwegwollen ..."
Schon in dieser Frühzeit der zionistischen Kolonisierungsversuche kam es zu Zusammenstößen zwischen den hebräischen Siedlern und den "barbarischen Nachkommen eines ehemals hochentwickelten Kulturvolkes" (Goldmann).
Scheich Mohammed Raschid Rida, ein bedeutender religiös-politischer Denker der modernistischen Richtung des Islam, verbreitete einen Aufruf an seine Landsleute: "Wie könnt ihr euch das gefallen lassen, daß die Ärmsten der europäischen Völker, die von ihren Regierungen verjagt werden, hierherkommen, um uns angeblich zu zivilisieren? Eines Tages werden sie alles besitzen, und ihr werdet ihre Tagelöhner sein. Laßt euch das nicht gefallen, wehrt euch gegen diese Eroberung des Heiligen Landes durch fremde Kolonisten!"
Unorganisierte Araberbanden überfielen um die Jahrhundertwende etwa ein Dutzend jüdischer Ansiedlungen von Sedschera nahe dem See Genezaret im Norden bis Gedera südlich von Jaffa. Jüdische "Wächter" (Haschomer) wehrten die Angriffe mehr oder weniger erfolgreich ab. Zu ihnen zählte auch Mosche Dajans Vater Schmuel, der sich als erstes nach seiner Ankunft im Heiligen Land eine Pistole samt Patronengurt gekauft hatte. Manche Siedlungen mußten freilich wieder aufgegeben werden.
Die Zielstrebigkeit der Zionisten, ihre offen erklärten Absichten auf das Land alarmierten aber nicht nur die direkt betroffenen Araber. In Jerusalem, Haifa, Beirut, Kairo und Konstantinopel enstanden antizionistische Araber-Organisationen. In Beirut, Damaskus, Haifa und Jaffa kam es zu Protesten gegen die Landkäufe der Juden, wurden antizionistische Zeitungen herausgegeben.
Ein palästinensisch-arabisches Nationalbewußtsein entwickelte sich als direkte Reaktion der einheimischen Bevölkerung auf die Masseneinwanderung der Juden. Ein Abgeordneter warnte: "Wir müssen alle unsere Kräfte einsetzen, um den Schaden und die Gefahr, die uns vom Zionismus drohen, abzuwenden."
Der Distriktsgouverneur von Nazaret, Schukri el-Asali, schilderte "ie Aktivitäten der Juden 1910 so: Die Zionisten streben danach, " " die meisten Dörfer, Ländereien und Grundstücke in unserem " " glorreichen Reich aufzukaufen. Dazu haben die Juden eine " " besondere Bank, die Anglo-Palestine Bank, die ihnen Geld zu " " einem Prozent per Jahr ausleiht. In jedem Dorf und jeder " " Kolonie haben sie ein Zentralkomitee und eine Schule; an der " " Spitze jeder Stadt und jeder Niederlassung steht ein Direktor " " und ein Stellvertreter. Die Juden haben eine blaue Fahne, in " " deren Mitte ein Davidstern ist, unter welchem ein hebräisches " " Wort steht, das "Zion" bedeutet - nach Jerusalem, das in der " " Thora als "Tochter Zions" bezeichnet wird ... "
Doch dann wurden die beginnenden Auseinandersetzungen zwischen den Juden und Arabern in und um Palästina jäh überschattet von einem ungleich größeren Konflikt, in dem auch Palästina Front war.
Der Erste Weltkrieg brach aus. Die Türkei, Herr auch über Palästina, hielt es mit den späteren Verlierern, was 1914 allerdings noch nicht absehbar war. Da übernahm erst einmal das Deutsche Kaiserreich die abendländische Alleinvertretung im Heiligen Land. Konsulate und Schulen der Entente-Mächte wurden geschlossen.
In Palästina zogen deutsche Truppen des Asienkorps ein, die dem Oberbefehl des Generals Liman von Sanders unterstanden. Er wollte durch einen Vorstoß zum Suezkanal eine Lebensader des britischen Empire treffen. Dazu ließ er den deutschen Ingenieur Meißner Pascha, Projektleiter der Bagdad-Bahn, eine Nachschubbahn von Haifa nach Beerscheba in den Negev bauen.
Kaiser Wilhelms Erlöserkirche wurde deutsche Garnisonskapelle. In Palästina lebende Deutsche, ob Christen oder Juden, waren wehrpflichtig fürs Reich. Das Hospiz von Emmaus wurde deutsches "azarett. Ein Hauptmann Sterke dichtete damals ins Gästebuch: Unt"r " Bomben und Granaten, unter Punsch und Schweinebraten, unter " " Türken und Tscherkessen, werd' ich Deiner nicht vergessen. "
Doch Liman von Sanders gelangte nicht zum Suezkanal, dafür der britische General Allenby von dort nach Palästina.
Denn mit Versprechungen nach allen Seiten hatten die Briten Araber wie Juden für ihre Sache gewonnen. Die Juden stellten unter Jabotinsky ein "Zion Mule Corps" auf, das sich zu einer 5000 Mann starken "Jüdischen Legion" entwickelte und auf Entente-Seite focht. Sie wurde auch zum Kern der Haganah, der künftigen jüdischen Streitmacht.
Die Türken verwiesen zahlreiche Juden des Landes. Andere flohen selbst vor den Kriegswirren. Ergebnis: Die Zahl der Juden in Palästina sank bis 1918 von etwa 80 000 auf 56 000 Menschen.
Halfen die Juden den Briten aus eigenem Antrieb, weil sie sich von ihnen spätere Unterstützung für ihre Pläne in Palästina erhofften, so fielen die Araber auf Versprechungen herein, die ihnen die Briten gleich im Dutzend machten.
Der britische Hohe Kommissar für Ägypten und den Sudan, Sir Arthur Henry McMahon, schrieb dem als Wahrer der heiligen Städte Mekka und Medina einflußreichsten Araber, Scherif Hussein Ibn Ali, insgesamt acht Briefe, in denen London "Anerkennung und Unterstützung der arabischen Unabhängigkeit" sowie dem Scherifen Unterstützung seines Anspruchs auf das Kalifat zusagte - für den Fall, daß die Araber einen Aufstand gegen die Türken inszenierten und damit den Feldzug der Briten im Orient unterstützten. Vollends erlagen die Wüstensöhne dem Charme eines jungen Offiziers, der ihre Sprache beherrschte, sich ihren Bräuchen anpaßte: T. E. Lawrence, später als "Lawrence von Arabien" zum romantischen Helden verklärt.
Die Briten hatten in ihren Versprechungen an Hussein die unmittelbaren Küstengebiete am Mittelmeer als "nicht rein arabisch" von einem künftigen Araberreich ausgenommen. Darüber schacherten sie insgeheim bereits mit den verbündeten Franzosen.
Ergebnis dieser Geheimverhandlungen war das nach den Unterhändlern benannte "Sykes-Picot"-Abkommen, das den Norden der Ostküste des Mittelmeeres, also das Gebiet des heutigen Libanon, den Franzosen zusprach, den S.172 Süden, also Palästina und dessen Hinterland, den Briten.
Entsprechend wurden aber auch die Einflußzonen für die dahinter liegenden Arabergebiete vergeben - im Klartext: Syrien für Paris, der Irak für London. Hussein, der darauf beharrt hatte, daß auch die Küstengebiete überwiegend rein arabisches Territorium seien, hörte zwar von geheimen Abmachungen seiner Verbündeten, wurde aber von Lawrence beruhigt - wider besseres Wissen, wie der Held der Araber "päter in seinen "Sieben Säulen der Weisheit" selber zugab: Im " " Osten schenkt man Personen mehr Vertrauen als Institutionen. " " So verlangten die Araber von mir, daß ich die Versprechungen " " der englischen Regierung bestätigen sollte. Ich hatte keine " " genaue Kenntnis von den Zusicherungen McMahons und dem " " Sykes-Picot-Abkommen gehabt. Aber da ich kein Tor war, konnte " " ich ohne weiteres erkennen, daß im Falle unseres Sieges die " " den Arabern gemachten Versprechungen nicht viel mehr als ein " Fetzen Papier sein würden.
" Wäre ich ein ehrlicher Ratgeber gewesen, so hätte ich den " " Leuten sagen müssen, nach Hause zu gehen und nicht länger ihr " " Leben für eine solche Gaukelei aufs Spiel zu setzen. Aber die " " arabische Bewegung war eines unserer Hauptwerkzeuge, um den " " Krieg im Orient zu gewinnen. Daher gab ich ihnen die " " Versicherung, daß England sein Wort halten würde. Im " " Vertrauen darauf brachten die Araber ihre großen Leistungen " " zustande. "
Bei allen britisch-arabischen Kontakten war ein bestimmtes Gebiet nie ausdrücklich erwähnt worden: das "Mutasarriflik" von Jerusalem, das Zentrum des Heiligen Landes. Damit hatten die Briten eigene Pläne. Zunächst wollten sie es gemeinsam mit den französischen und russischen Verbündeten internationalisieren.
Als jedoch die Russen wegen Revolution ausfielen und die Franzosen mit dem arabischen Norden abgefunden worden waren, fanden die Briten andere Freunde, die sie mit diesem Happen ködern konnten.
Vor allem um die mächtige jüdische Lobby in Amerika für stärkere Kriegsanstrengungen der USA zu mobilisieren, schrieb der britische Außenminister Arthur James Balfour 1917 dem Londoner Zionisten Lord Walter Rothschild einen Brief, der Geschichte machte: S.173 " Lieber Lord Rothschild, Ich habe die große Freude, Ihnen im " " Auftrag der Regierung Seiner Majestät die folgende " " Sympathieerklärung für die jüdisch-zionistischen Bestrebungen " " zu übermitteln, die dem Kabinett vorgelegt und von ihm " gebilligt wurde.
" Die Regierung Seiner Majestät betrachtet die Errichtung einer " " nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina mit " " Wohlwollen und wird keine Mühe scheuen, die Erreichung dieses " " Ziels zu fördern, wobei allerdings von der Voraussetzung " " ausgegangen wird, daß nichts geschieht, was den bürgerlichen " " und religiösen Rechten der in Palästina bestehenden " " nichtjüdischen Gemeinschaften oder den Rechten und dem " " politischen Status der Juden in anderen Ländern Abbruch tun " könnte.
" Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung der " zionistischen Föderation zur Kenntnis bringen wollten.
Aufrichtig Ihr
" Arthur James Balfour. "
Die "Balfour-Erklärung" löste unter den Zionisten begeisterten Jubel aus. Zum erstenmal bestätigte ihnen eine Großmacht, die in dem betroffenen Gebiet das Sagen hatte, das Recht auf eine eigene Heimat - auf den eigenen Staat, wie sie die "Heimstätte" sogleich unwidersprochen interpretierten.
Der Jude Arthur Koestler klassizifizierte die Balfour-Erklärung trocken so: "Eine Nation schenkte einer zweiten Nation das Land einer dritten."
Detaillierter sezierte ein beteiligter Brite das Ränkespiel der Londoner Regierung im Nahen Osten: "Der Ire McMahon versprach dem Araber Hussein, daß ganz Arabien, Mesopotamien und Syrien arabisch werden würden; der Engländer Sykes versprach dem Franzosen Picot, daß Nordsyrien französisch werden würde. Der Schotte Balfour versprach dem Juden Rothschild, daß es in Südsyrien eine nationale jüdische Heimstätte geben würde!"
Getreu der Devise Balfours "Der Zionismus ist sehr viel wichtiger als die Wünsche und vorgefaßten Meinungen von 700 000 Arabern" erhofften sich Briten wie Zionisten gemeinsame Vorteile ihres Zusammenspiels auf Kosten der arabischen Mehrheit.
Beide Seiten sprachen dies durchaus offen aus. Winston Churchill versprach sich 1920 viel von einem künftigen Israel: "Wenn noch ... zu unseren Lebzeiten an den Ufern des Jordan ein jüdischer Staat unter dem Schutz der britischen Krone geschaffen würde, in dem drei oder vier Millionen Juden leben, dann wäre das ein historisches Ereignis und von Vorteil in jeder Hinsicht, besonders aber im Einklang mit den Interessen des Britischen Empire."
Chaim Weizmann bot den Judenstaat als Bollwerk für die Briten an: "Wenn England ... die jüdische Siedlung als britische Kolonie fördert, so wird Palästina in 20 oder 30 Jahren mit einer Million oder mehr Juden bevölkert sein. Sie werden das Land wieder zu einem zivilisierten Land machen, das den Suezkanal sehr wirksam schützen könnte."
Die Araber wurden schließlich mit allerlei Wüsteneien abgefunden. Scherif Hussein hatte sich bereits als König des Hedschas etabliert, seine Söhne Feisal und Abdallah erhielten den Irak beziehungsweise einen Staat, den Churchill, wie er sich selber rühmte, "an einem Sonntagnachmittag in Kairo mit einem Federstrich geschaffen hatte": die Beduinenwüste Transjordanien.
Den Scherifen versicherte der Briten-General Hogarth: "Die Araber Palästinas werden durch die Heimstätte für die Juden weder wirtschaftlich noch politisch benachteiligt werden." Feisal, nicht ahnend, was da auf die Araber zukommen sollte, versicherte daraufhin dem Zionisten Frankfurter, daß gebildete Araber tiefe Sympathien für die zionistische Bewegung hegten und die Juden in arabischen Ländern willkommen seien.
Die direkt betroffenen Araber hingegen reagierten heftig. Auf einer antizionistischen Araberkonferenz in Kairo im Jahre 1918 rief ein Teilnehmer aus: "Wenn die Juden ein historisches Recht auf Palästina haben, dann haben wir Araber eins auf Andalusien und werden darum kämpfen!"
Die Tagung beschloß einen offiziellen Protest: "Palästina ist seit Tausenden von Jahren unser Land. Wir haben dieses Land bebaut und kultiviert, dort unsere Häuser errichtet. Unsere historische und religiöse Bindung an das Land, die der Moslems und Christen, ist fester und tiefer als jene der Zionisten."
Eine zweite arabische Palästinakonferenz in Damaskus warnte: "Wir lehnen die zionistischen Siedlungspläne mit aller Schärfe ab, weil die Verwirklichung dieser Pläne uns, die Bewohner des Landes, heimatlos machen würde."
Briten wie Juden ignorierten solche Proteste. Sie hatten nie vorgehabt, die betroffenen Araber nach deren Meinung über die künftige Gestaltung Palästinas zu fragen.
London sperrte lediglich den Abdallah zugeteilten Landesteil jenseits des Jordan für jede jüdische Einwanderung - sehr zur Enttäuschung der Zionisten, die der Pariser Friedenskonferenz bereits eine Landkarte mit dem von ihnen gewünschten Territorium vorgelegt hatten. Es reichte von Akaba am Roten Meer bis Sidon knapp vor Beirut und von Rafah auf der Sinaihalbinsel bis vor Amman und Damaskus.
Die Briten übernahmen, wie beabsichtigt, das Mandat über ganz Palästina, das ihnen auch vom Völkerbund bestätigt wurde. In der Ratifikationsurkunde erhielten die Juden ihr historisches Anrecht auf Palästina bestätigt.
Theodor Herzls Traum hatte ein Weltproblem geboren. Intrigen und Ränke der damaligen Weltmacht England hattenes zur Unlösbarkeit verworren. Palästina kam seither nie mehr zur Ruhe. Der ganze Nahe Osten wurde zum Welt-Konfliktherd. Die zwei semitischen Völker, deren Grußformeln Salam wie Schalom "Friede" bedeuten, verbissen sich in einen Krieg, der bis heute andauert, dessen Ende nicht absehbar ist.
Im nächsten Heft
Aufstand der Araber, Massaker an Juden - Der Mufti von Jerusalem sucht Hilfe bei Hitler - Der Holocaust treibt die Juden aus Europa - Die Briten zwischen allen Fronten

DER SPIEGEL 39/1982
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