09.04.2016

Nachgehakt„Wie fand der FC Ihr Spiel?“

Komikerin Carolin Kebekus, 35, über die Intelligenz von Fußballern und ihre eigene Fitness
SPIEGEL: Frau Kebekus, sind Fußballspieler wirklich so strunzdoof, wie Sie sie in Ihrer WDR-Sendung "Pussy Terror TV" darstellen?
Kebekus: Nein, natürlich nicht. Ich habe diesen Charakter völlig frei erfunden. Der kleine Fußballer, der bei uns in der Sendung auftaucht, ist ja keine Parodie auf einen bestimmten Fußballer.
SPIEGEL: Aber Ihr Mario Großreuss schaut schon ein wenig aus wie der Dortmunder Marco Reus.
Kebekus: Die Haare, ja, das kann sein. Aber ich finde auf Anhieb noch 20 andere Spieler mit dieser Frisur.
SPIEGEL: Hat sich Marco Reus schon bei Ihnen beschwert?
Kebekus: Nein, ich kenne ihn ja auch gar nicht persönlich.
SPIEGEL: Dann hat er mehr Humor als Kardinal Meisner, bei dem Sie sich mal als Päpstin beworben haben.
Kebekus: Der Ärger kam von seinen Leuten und aus der Bischofskonferenz. Kardinal Meisner hatte eigentlich sehr humorvoll reagiert und mir gesagt: "Zum Papstsein haben Sie doch gar nicht die Figur."
SPIEGEL: Und was für eine Figur haben Sie abgegeben, kürzlich beim Probetraining als Mario Großreuss beim 1. FC Köln?
Kebekus: Manager Jörg Schmadtke meinte, ich sei so beweglich wie eine Parkuhr! Der Mario hat alle Stationen durchlaufen: Medizincheck, Krafttraining, Physiotherapie, Autogramme schreiben – und rauf auf den Platz.
SPIEGEL: Auf welcher Position haben Sie gespielt?
Kebekus: Mario war überall. Nur nicht im Tor, das ist den Kölnern, glaube ich, heilig.
SPIEGEL: Sie sind zwar Mitglied beim FC, aber hatten die Spieler keine Hemmungen Ihnen gegenüber, jeder könnte schließlich Ihr nächstes Opfer sein?
Kebekus: Überhaupt nicht. Die haben gleich gerufen: "Hier, Mario, nimm den Ball." Die waren alle top, die Spieler und auch die Trainer Peter Stöger und Manfred Schmid, zwei echt coole Schweine, wenn man das so sagen darf.
SPIEGEL: Wie fanden die FC-Leute Ihr Spiel?
Kebekus: Marios Beurteilung durch Schmadtke fiel nicht wirklich positiv aus. Trotzdem wurde ihm eine Position im Verein zugewiesen – welche das ist, wird man am 14. Mai in "Pussy Terror TV" sehen.
Interview: Barbara Schmid
Von Barbara Schmid

DER SPIEGEL 15/2016
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