30.04.2016

Deutsche BahnPofallas Personalrochaden

Mitarbeiter beklagen „eine beispiellose Aktion Morgenröte“.
Die rigide Personalpolitik des Deutsche-Bahn-Vorstands und ehemaligen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla (CDU) sorgt im Konzern für zunehmende Unruhe. Ende Juni verlässt nun auch die renommierte und intern sehr geschätzte Leiterin der Rechtsabteilung Marianne Motherby das Unternehmen. Dass Pofalla in einer internen E-Mail schrieb, Motherby lege ihre Funktion auf "eigenen Wunsch nieder" und scheide in "bestem Einvernehmen" aus, wurde von vielen Mitarbeitern mit Kopfschütteln quittiert. "Wir erleben hier eine beispiellose Aktion Morgenröte", sagt ein Insider. Pofalla sei auf Samtpfoten zur Bahn gekommen und zeige nun offenbar sein wahres Gesicht. Er sichere seine Macht wie ein Minister ab und werfe einen Verantwortlichen nach dem anderen raus. Pofalla gilt neben Infrastrukturvorstand Volker Kefer als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Konzernchef Rüdiger Grube. Auch vorherige Personalentscheidungen des Intimus von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) waren intern auf Kritik gestoßen. So sägte Pofalla kürzlich die langjährige Umweltchefin der Bahn ab, um seinen früheren Büroleiter im Kanzleramt Andreas Gehlhaar zu ihrem Nachfolger zu machen. Gehlhaar war bislang nicht als Umweltexperte aufgefallen. Ebenfalls fragwürdig fanden Kollegen die Ablösung des Sicherheitschefs: Gerd Neubeck, ehemaliger Vizepräsident der Berliner Polizei und Honorarprofessor, war weit über den Konzern hinaus anerkannt.
Von Böl

DER SPIEGEL 18/2016
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