18.06.2016

Früher war alles schlechterAids

Besser, nicht gut. Diese Rubrik, dem langfristigen Fortschritt gewidmet, erfreut sich vieler Zuschriften, erbaulicher wie erboster, und oft stehen in letzteren kluge Ja-aber-Argumente. "Mag ja sein", schreiben manche, dass weltweit die Armut sinkt oder die Gewalt weniger wird, "aber Sie verschweigen dabei, dass ..." – und dann kommt eine unlösbare Krux, eine verhängnisvolle Konsequenz, das Haar in der Suppe. Meistens ist an diesen Hinweisen etwas dran. Doch bei der konzentrierten Suche nach dem Haar übersehen viele die Suppe selbst. So fallen manche Reaktionen empört aus, weil der Eindruck herrscht, dass auf diesen Zeilen Probleme klein- oder weggeredet werden. Aber hier steht nie: Alles ist gut. Hier steht nur: Fast alles wird besser. Auch 1,1 Millionen Aidstote im Jahr 2015 sind keine gute Nachricht. Es ist eine schreckliche Zahl. Aber die Zahl sinkt. Seit zehn Jahren schon. Der Höhepunkt der HIV-Opfer-Zahlen war 2005 und betrug 2 Millionen. Auch die Zahl der Neuinfektionen sinkt, von 3,1 Millionen im Jahr 2000 auf 2,1 Millionen 2015. Gleichzeitig haben immer mehr Infizierte (17 Millionen) Zugang zu antiretroviralen Medikamenten, können also mit der Krankheit leben – was man auch als Verdienst der ungeliebten Pharmaindustrie verstehen darf. Bis 2030 will die Uno Aids besiegt haben, wie sie vergangene Woche in New York verkündet hat. Es ist nicht gut. Aber es wird besser.

DER SPIEGEL 25/2016
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Früher war alles schlechter:
Aids

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