18.06.2016

MedizinStuhlbank für Darmkranke

Vielerlei Darmkrankheiten könnten künftig behandelt werden, indem der Patient beherzt eine Kapsel mit der Darmflora gesunder Spender schluckt. Mediziner setzen große Hoffnungen in die lebende Fracht. In den Eingeweiden des Empfängers sollen die fremden Mikroben helfen, das gestörte Gleichgewicht der einheimischen Darmflora wiederherzustellen. An der Kölner Uniklinik hat die Internistin Maria Vehreschild bereits mit dem Aufbau einer Spenderbank begonnen, die Darmkranke bundesweit mit geprüften Stuhlpräparaten versorgen könnte. Tiefgekühlt halten die Stuhlspenden viele Monate; zuvor wird ihnen das Frostschutzmittel Glycerol beigemischt, damit die kostbaren Bakterien am Leben bleiben. Bislang ist die Wirkung der Fäkalkur nur gegen eine Infektion mit dem Erreger Clostridium difficile belegt. Aber mehr als hundert klinische Studien für weitere Einsatzgebiete – von Reizdarmsyndrom bis Morbus Crohn – sind weltweit schon in Arbeit oder geplant.
Von Mdw

DER SPIEGEL 25/2016
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