09.07.2016

Früher war alles schlechterTodesopfer von Naturkatastrophen

Weniger sterben, mehr sind betroffen. Als eine der tödlichsten Naturkatastrophen der jüngeren Geschichte gilt die Überschwemmung in Zentralchina im Jahr 1931. Der Hwang Ho und der Jangtsekiang, so besagen Schätzungen, brachten damals unvorstellbaren 2,5 Millionen Menschen den Tod. In der großen Totenkurve seit 1900 erscheint deshalb selbst die Tsunami-Welle von 2004 mit etwa 230 000 Toten als minderer Ausschlag. Im langen Rückblick, wie ihn die maßgebliche Brüsseler EM-DAT-Datenbank ermöglicht, zeigt sich, dass die Zahl der Katastrophentoten während des ganzen 20. Jahrhunderts immer weiter gesunken ist – und dies, während die Zahl der Desaster selbst zu steigen schien. Schuld daran sind bessere Frühwarnsysteme, eine bessere Bauweise von Häusern und bessere Bildung. Der positive Trend bei den Todesopfern darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass gleichzeitig die Zahl der von Naturkatastrophen betroffenen Menschen steigt. Das sind die Millionen, die nicht umkommen, aber kein Haus und keine Existenz mehr haben, wenn die Flut abgezogen ist oder die Erde nicht mehr bebt. Je mehr Menschen auf der Welt und je dichter die Besiedlung, desto mehr sind in Gefahr. Die Natur zeigt dabei wie immer keinerlei Sinn für Gerechtigkeit: Dort, wo die Ärmsten und Verwundbarsten wohnen, schlägt sie meist am härtesten zu. 2015 ließen weltweit rund 24 000 Menschen bei Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben, Stürmen oder Kälte- und Hitzewellen ihr Leben. Mehr als zwei Drittel der Opfer starben in Asien. Mail: guido.mingels@spiegel.de

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Früher war alles schlechter:
Todesopfer von Naturkatastrophen

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