16.07.2016

Flughafen HahnLandesregierung wehrt sich

Die rheinland-pfälzische Landesregierung sieht die Schuld für das Desaster um den Flughafen Hahn zu einem großen Teil bei ihren Beratern: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe vor dem geplatzten Verkauf offenbar schwere handwerkliche Fehler gemacht und wichtige Unterlagen nicht überprüft, heißt es in Mainzer Regierungskreisen. So geht die Landesregierung inzwischen "sicher" davon aus, dass die vermeintlichen Investoren aus China ihre Finanzkraft mit einer gefälschten Bankbestätigung vortäuschten. Das Papier habe, wie der Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) von der ausgebenden Bank erfuhr, unter anderem einen veralteten Stempel getragen. Es sei für Bankmitarbeiter auf den ersten Blick als Fälschung zu erkennen gewesen. In einem Angebotsschreiben hatte das Beratungsunternehmen eine "Überprüfung der eingereichten Unterlagen" versprochen. KPMG verlangte für diese Leistungen pauschal 3000 Euro pro Bieter und für weitergehende Rechtsberatungen Stundenhonorare von 230 bis 350 Euro pro Berater. KPMG äußert sich nicht öffentlich zu den Vorgängen. In einer E-Mail an die Landesregierung hatten die Berater darauf hingewiesen, dass sie "keine vollständige Garantie" zum Ausschluss von "Bonitätsrisiken" eines bestimmten Bieters geben könnten.
Von Mab

DER SPIEGEL 29/2016
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