16.07.2016

FortpflanzungWarum mögen Väter lieber Söhne, Frau Bobrow?

Emily Bobrow, 38, amerikanische Publizistin, arbeitet an einem Buch über die Auswirkungen des Geschlechts von Kindern auf die Haltbarkeit der Ehen ihrer Eltern.
SPIEGEL: Haben Sie Brüder, Frau Bobrow?
Bobrow: Nein, ich bin eine von drei Töchtern. Gut möglich, dass mein Vater enttäuscht ist, keinen Sohn zu haben. Ich fand Studien, die den starken Wunsch von Männern nach Söhnen bestätigen. Statistiken, die besagen, dass Männer eher heiraten, wenn die Frau einen Jungen erwartet. Und dass Ehen mit Söhnen signifikant länger halten als solche mit Töchtern.
SPIEGEL: Woran liegt's?
Bobrow: Kinder sind heute Luxusgüter, kein wirtschaftliches Investment mehr wie früher. Eltern wünschen sich Kinder, die sie verstehen. Väter suchen nach einer Art Mini-Ich, nach kleinen Ebenbildern, die ähnlich ticken wie sie.
SPIEGEL: Spielen auch Urinstinkte eine Rolle? Dass Männer ihren Samen breit streuen wollen, was durch männliche Nachkommen gewährleistet wäre?
Bobrow: Das auch, besser belegen lassen sich aber psychologische Motive. Zum Beispiel sagen Mütter oft, dass sie bei ihren Männern bleiben, weil sie fürchten, eine Trennung könnte den Söhnen schaden. Denn Söhne sind ab einem gewissen Alter rebellisch, lassen sich wenig sagen.
SPIEGEL: Widerspenstige Söhne sind also eine Art Kleister für die Ehe?
Bobrow: Kann man so sagen. Väter von Söhnen sind außerdem im Schnitt hilfsbereiter im Haushalt, das macht sie zu besseren Partnern.
SPIEGEL: Sie beschreiben auch, dass Väter mit Söhnen 40 Minuten mehr Zeit verbringen als mit Töchtern. Am Tag wohlgemerkt.
Bobrow: Faszinierend, oder? Und was glauben Sie, machen Väter mit ihren Söhnen in diesen 40 Minuten? Nicht etwa Hausaufgaben. Sie machen Sport mit ihren Söhnen und schauen Fernsehen, Dinge, die sie selbst gern tun.
Von Fio

DER SPIEGEL 29/2016
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