16.07.2016

DeutschMaria in der Hängematte

Die komplexe Welt überfordert auch die Sprachkompetenz vieler Menschen. Pädagogen verbreiten deswegen die Idee einer „Leichten Sprache“. Doch nicht allen sozial Abgehängten und Außenseitern wird damit wirklich geholfen.
Diese Geschichte geht um eine neue Sprache. Die Sprache heißt Leichte Sprache. Sie ist für jeden leicht zu verstehen. Sie hat ganz leichte Regeln. Man schreibt nur in Hauptsätzen. Man wiederholt Wörter immer wieder. Man drückt sich nur in deutschen Wörtern aus. Wörter aus mehreren Wörtern werden mit Binde-Strichen getrennt. Es heißt zum Beispiel Sommer-Urlaub und Fabrik-Schornstein. Man verwendet auch möglichst den Wem-Fall. Der Wes-Fall ist zu schwierig.
Kluge Leute haben sich die Leichte Sprache für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten ausgedacht. Aber auch andere Menschen können Leichte Sprache verwenden. Es gibt jetzt Bücher in Leichter Sprache und Büros für Leichte Sprache. Dort arbeiten die Übersetzer. Die Übersetzer übersetzen schwere Sprache in Leichte Sprache.
Seit März gibt es sogar schon ein Duden-Buch für Leichte Sprache. Das ist ganz dick und ziemlich teuer. Es hat viele Seiten. Aber es ist in schwerer Sprache geschrieben. Die Übersetzer lernen damit die Regeln von der Leichten Sprache. Die Regeln stammen vom Netzwerk Leichte Sprache.
"Die Leichte Sprache war ursprünglich nur für Menschen mit Lernschwierigkeiten gedacht", sagt Gisela Holtz aus Münster, die Geschäftsführerin des Netzwerks, "aber sie hilft auch vielen anderen." Über 40 Prozent der Erwachsenen, berufstätige wie arbeitslose, gelten den Verfechtern der Leichten Sprache inzwischen als mögliche Adressaten; neben geistig Behinderten sind das Analphabeten und vor allem schriftentwöhnte Menschen, Deutsche mit Migrationshintergrund und – spätestens seit dem vergangenen Jahr – auch Flüchtlinge.
Über 40 Prozent der Erwachsenen in Deutschland? Mehr als 20 Millionen Menschen? Eine dramatisch hohe Zahl und ein Schreckensbild für jeden Bildungsbürger. Mehr als 20 Millionen sollen für immer auf den Genitiv verzichten und auf den Konjunktiv? Mehr als 20 Millionen sollen keine Nebensätze mehr bilden und Fremdwörter vermeiden? Kulturpessimisten sähen darin den Untergang des Abendlands. Nicht so die Anhänger der Leichten Sprache.
Die Zahl ist schon deswegen so hoch, weil die Zahl der Analphabeten, also der Menschen, die nicht einmal kleine Texte verstehen können, allein auf 7,5 Millionen geschätzt wird. Für sie, aber auch für alle übrigen Menschen, die sich mit dem Schreiben und Lesen schwertun, sei Leichte Sprache ein "ideales Angebot", meint Gisela Holtz.
Tatsächlich verbreitet sich die neue Idee in rasantem Tempo. "Wir stehen am Anfang einer Welle", glaubt Christiane Maaß, Professorin für Sprachwissenschaften an der Universität Hildesheim und Koautorin des neuen Dudens "Leichte Sprache"(**). Der 560 Seiten starke Wälzer liefert dieser pädagogischen Bewegung das theoretische Rüstzeug. Eine erste wissenschaftliche Konferenz zum Thema fand im April an der Universität Leipzig statt. Die Uni bildet zusammen mit der Hochschule in Hildesheim das akademische Zentrum der Kunstsprache in Deutschland.
Entstanden ist das Konzept in der Praxis, und zwar in Finnland. Dort wurde in den Siebzigerjahren das Idiom "Selkokieli" als leichte Variante der Standardsprache entwickelt. Andere europäische Länder folgten dem Modell. Auf dem Umweg von Schweden über die amerikanische "People First"-Bewegung gelangte die Idee schließlich nach Deutschland.
Behinderte und nicht behinderte Menschen einigten sich auf Regeln für eine möglichst leicht verständliche Sprache. Richtig in Fahrt kam das Projekt mit dem Inkrafttreten der Uno-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2008. Inklusion ist das Leitbild dieser weltweit gültigen Vereinbarung, also die nahtlose Integration aller Lebensformen in die Gesellschaft. Die Konvention schreibt einen "barrierefreien Zugang" zu wichtigen Informationen vor, nicht nur räumlich, sondern auch kommunikativ. Im englischen Original ist allerdings von "plain-language" die Rede, also von einer einfachen Sprache. Demnach hätte eine zwar aufs Wesentliche reduzierte, aber nicht reglementierte Ausdrucksweise den Anforderungen der Uno-Konvention durchaus entsprochen.
Doch die Aktivisten des Netzwerks Leichte Sprache ließen sich diese Chance nicht entgehen. Viele von ihnen sind in den Einrichtungen der Lebenshilfe und der Arbeiterwohlfahrt engagiert. Und diese Verbände hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Ausformulierung der "Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung" aus dem Jahr 2011, die erstmals offiziell den Begriff der Leichten Sprache verwendete und zur neuen Norm erklärte: Ein Monopol war geboren.
Das Netzwerk – inzwischen gehören ihm etwa hundert Büros und Einrichtungen in der Bundesrepublik, in Österreich und der Schweiz an – wurde zur maßgeblichen Instanz für den Regelkodex dieser Spezialsprache. Wann immer eine deutsche Institution, eine Behörde oder eine Partei einen Text in Leichter Sprache veröffentlichen will, sind nun die Übersetzer des Netzwerks gefragt.
Die Leichte Sprache ist eine reine Schriftsprache. Regelwidrig sind nach den aktuell gültigen Vorschriften nicht nur Genitiv und Konjunktiv, sondern auch Synonyme und Sonderzeichen, Verneinungen und Passivkonstruktionen. Nach jedem einzelnen Satz muss ein Absatz folgen, und der ganze Text soll mit kleinen Piktogrammen garniert werden. Präzise Angaben werden hingegen als störend empfunden. So darf es nicht "14 795 Menschen" heißen, sondern nur "viele Menschen". Und Jahreszahlen sind ganz verpönt: Bismarck wurde nicht 1871 zum Reichskanzler ernannt, sondern "vor langer Zeit".
Einen ersten großen Erfolg erzielte die Bewegung im Vorfeld der Bundestagswahl 2013. Bis auf die FDP sahen sich sämtliche Parteien genötigt, ihre Programme auch in Leichter Sprache vorzustellen – was in Anbetracht der Komplexität der behandelten Themen nicht immer einfach war. So hieß es bei der SPD etwas erratisch zum Thema neue Energien: "Die Strom-Steuer ist ein Geld. Strom-Firmen müssen dieses Geld bezahlen." Besser verständlich waren da schon die Ausführungen der CDU zur Kanzlerfrage: "Jedes Land hat einen eigenen Chef. In Deutschland ist das Frau Angela Merkel. Das finden wir gut. Das soll so bleiben!"
Und es blieb ja auch so. Neben den Wahlprogrammen wurden bald Hunderte von Dokumenten in Leichte Sprache übertragen. Ob Brandschutzverordnungen oder Blanko-Mietverträge, ob Zeugenladungen vor Gericht oder Testamente – alles wird übersetzt. Per Gesetz sind inzwischen sämtliche Bundesbehörden gezwungen, wichtige Informationen alternativ in Leichter Sprache vorzuhalten.
Auch öffentlich-rechtliche Medien folgen dem Trend. NDR und Deutschlandfunk bieten Nachrichten in Leichter Sprache auf ihren Internetseiten, meist allerdings nur bunte Themen. Sogar die Bibel wurde schon übersetzt. Textbeispiel: "Engel Gabriel sagt: Maria, du bekommst bald ein Kind. Maria wundert sich. Sie sagt. Wie kann ich ein Kind bekommen? Ich schlafe doch nicht mit Joseph."
Das alles mag noch den Bedürfnissen der ursprünglich avisierten Zielgruppe entsprechen, denen der geistig Behinderten. Eine Ausweitung auf ein deutlich größeres Publikum gelang den Anhängern der Leichten Sprache jedoch im vergangenen Jahr bei der Bürgerschaftswahl in Bremen. Die Wahlunterlagen für alle Wählerinnen und Wähler waren in Leichter Sprache abgefasst. "In diesem Brief sind zwei Hefte", hieß es im Begleitschreiben. "Das weiße Heft ist für die Wahl von der Bürgerschaft. Das gelbe Heft ist für die Wahl von dem Beirat."
Die Reaktionen auf diesen grammatischen Großversuch fielen gespalten aus: Elisabeth Otto, die für den Text mitverantwortliche Leiterin des Bremer Büros für Leichte Sprache, erinnert sich an "Dankesbriefe ohne Ende". Walter Krämer hingegen, der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, empört sich bis heute über das "Verhohnepipeln all der Menschen, die den Konjunktiv noch kennen und wissen, wie man Substantive richtig dekliniert".
Krämer will partout nicht einsehen, warum die Zielgruppe der Leichten Sprache über den Kreis der geistig Behinderten hinaus ausgedehnt werden soll, zumal der Bremer Text missverständlich war. Der zitierte Satz kann auch bedeuten, dass die Bürgerschaft nur der Absender des Informationshefts ist – dass es sich um Informationen für die Wahl der Bürgerschaft handelt, wird nicht klar erkennbar.
Was auch immer mit dem Bremer Experiment bewiesen werden sollte: Das Ergebnis fiel enttäuschend aus, die Wahlbeteiligung sank erneut um 5,3 Punkte auf gerade noch 50,2 Prozent.
Dennoch setzt Elisabeth Otto große Hoffnungen auf eine Wiederholung des Bremer Versuchs. Derzeit planten bereits "vier bis fünf weitere Bundesländer" die Versendung von Wahlinformationen in Leichter Sprache. Um welche Länder es sich handelt, will sie jedoch nicht verraten. Da auch ihr Bremer Büro entsprechende "Aufträge" zur Formulierung der Wahlunterlagen erhalten habe, dürfe sie die "Auftraggeber nicht nennen".
Die Idee der Sprachreformer, die Standards so weit zu senken, dass auch jene nicht behinderten Menschen für die Teilnahme an politischen Prozessen gewonnen werden können, die nur noch sehr selten lesen oder schreiben, führt inzwischen zu heftigen Abwehrreaktionen. "Wir leben in einer Welt, die immer komplizierter wird", heißt es etwa im Internet-Blog Content.de. "Leichte Sprache hilft dabei gewiss nicht, sondern mehr und besserer Deutschunterricht." Für Behinderte sei eine solche Simplifizierung vielleicht noch sinnvoll. "Aber was ist mit den vielen Bequemen, den Trittbrettfahrern, denen alles zu schwierig, zu anstrengend und zu kompliziert ist und die sich jetzt in die Hängematte der Leichten Sprache legen?"
Auch die Hildesheimer Professorin Christiane Maaß hält von dem Bremer Modell wenig: "Da hat man den allgemeinen Standard zu ersetzen versucht, das geht natürlich nicht." Unter den Anhängern der Leichten Sprache ist inzwischen ein Konflikt um die Deutungshoheit ausgebrochen. Und die Frontlinie verläuft klar zwischen den Praktikern vor Ort, also den Büros für Leichte Sprache, die ihr Geschäftsmodell aktiv vermarkten wollen, und den akademischen Experten, die eine solche Inflationierung mit Skepsis betrachten.
Die Bielefelder Soziologin Bettina Zurstrassen fürchtet sogar, dass die gewünschte Inklusion sozial Abgehängter und Behinderter mit dieser künstlichen "Sprachwelt" eher blockiert als befördert wird. Wer nur noch den "normierten Schreib- und Sprachstil der Leichten Sprache" erlerne, verliere womöglich den Anschluss an die allgemein üblichen Formen der Kommunikation. Es drohe eine Gettoisierung.
Zurstrassen und andere Kritiker der Leichten Sprache zweifeln zudem an der wissenschaftlichen Begründung für das umfangreiche Regelwerk. So sei die propagierte Trennung von zusammengesetzten Begriffen häufig irreführend. Bei der Schreibweise "Bundes-Tag" zum Beispiel sei das deutsche Parlament nicht mehr eindeutig erkennbar, es könne auch von einem Tag des Bundes die Rede sein. Und schließlich werde auch keine Rücksicht auf die unterschiedlichen Sprachniveaus der Zielgruppen genommen. Die neuerdings grassierende Idee, Migranten mit den Regeln der Leichten Sprache vertraut zu machen, führe zu einer verheerenden "Förderpädagogisierung" von Flüchtlingen, beklagt Bettina Zurstrassen. Immerhin befänden sich unter diesen Menschen nicht wenige Akademiker, die viel höheren Anforderungen gewachsen seien.
Zuweilen erinnert die Propaganda für die Leichte Sprache an die Praxis der Pharmaindustrie: Immer mehr Menschen werden für krank erklärt, damit immer neue Medikamente verkauft werden können. Und wer sich gegen den vermeintlichen Fortschritt stellt, wird als Reaktionär gebrandmarkt.
Noch ist der Widerstand unter Pädagogen gegen den Einsatz der Leichten Sprache im Deutschunterricht für Migranten erheblich. Die Bremerin Elisabeth Otto hält es aber nur für eine Frage der Zeit, bis sich dieses Instrument auch an den Schulen durchsetzt: "Leichte Sprache kann für Flüchtlinge eine Brücke in die normale Sprache sein", sagt Otto. Niemand weiß allerdings, ob diese Brücke betreten wird.
Doch welche Motive stecken hinter der Ausweitung der Klientel? Die Soziologin Zurstrassen spricht von einer "Ökonomisierung sozialer Dienstleistungen", die sich besonders gut am Beispiel der Leichten Sprache aufzeigen lasse. Mit anderen Worten: Immer mehr Menschen verdienen immer mehr Geld mit dieser Idee.
Die Akteure bestreiten das nicht. "Leichte Sprache ist mittlerweile eine Ware", erklärt Elisabeth Otto. Ihr Büro beschäftigt bereits zehn Mitarbeiter. In den ersten Jahren sei es noch von der Aktion Mensch unterstützt worden. Heute müsse man sich selbst finanzieren, vor allem durch Weiterbildungsangebote und Übersetzungsaufträge.
Und die Liste der Auftraggeber ist lang: Vom Bundestag in Berlin, vom Bundesrat und der Partei Bündnis 90/Die Grünen bis hin zum Landratsamt in München, zur IHK Braunschweig und zum Bundesverband Windenergie – diese und viele weitere Institutionen haben in Bremen Kompliziertes in Leichte Sprache übersetzen lassen. Über die Preise für diese Dienstleistung hüllen sich die Auftragnehmer in Schweigen. Feste Tarife existieren nicht, alles muss ausgehandelt werden.
Texte, die den Kriterien der Leichten Sprache entsprechen, dürfen mit einem besonderen Gütesiegel versehen werden, schon um sie von konkurrierenden Angeboten zu unterscheiden. Inzwischen nämlich wollen auch andere Anbieter von dem Geschäft profitieren, zum Beispiel die Firma Capito in Berlin, die Branchenneulinge in die Grundzüge der sogenannten Einfachen Sprache einführt, aktueller Preis für einen 110 Schulstunden umfassenden Lehrgang: 1790 Euro plus Mehrwertsteuer.
Im Prospekt für diesen Kurs heißt es: "Die Schulung berechtigt Sie, unternehmensinterne Produkte nach Prüfung mit dem LL-Gütezeichen zu kennzeichnen." Mit anderen Worten: Auch mit solchen Zertifizierungen lässt sich Geld verdienen.
Jetzt allerdings wird es etwas kompliziert: Denn "LL" ist nicht dasselbe wie "LS". Die Abkürzung "LL" steht für "Leichtes Lesen" und damit für ein Sprachsystem, das die Regeln der Einfachen Sprache befolgt, und die sind andere als die Regeln der Leichten Sprache. Die Einfache Sprache ist eigentlich nichts anderes als normale Sprache in möglichst leicht verständlicher Form. Sie duldet auch Nebensätze, Fremdwörter und andere No-Gos der Leichten Sprache.
Diese ideologisch nicht ganz so aufgeladene Version verbreitet sich derzeit ebenfalls mit großer Geschwindigkeit. Eine, wie es in der Kopfzeile heißt, "leicht lesbare Zeitung" namens "Klar und Deutlich" erscheint alle zwei Monate mit kurzen, eher unterhaltsamen Artikeln. Der 2009 in Münster gegründete "Spaß am Lesen Verlag" hat bereits 40 Bücher in Einfacher Sprache veröffentlicht, darunter "Tschick" von Wolfgang Herrndorf, "Das Wunder von Bern" und "Romeo und Julia". Die Hamburger Stiftung Alsterdorf präsentierte in diesem Frühjahr eine ganze Reihe mit Lesungen aus diesen Werken, vorgetragen von prominenten Schauspielern und Musikern.
Die Titel dieser Bücher erwecken zwar den Eindruck, es handle sich um sprachlich nur vereinfachte Fassungen, tatsächlich geht es um frei formulierte Nacherzählungen. Während Shakespeare beispielsweise in seinem Drama nur den Morgen nach der ersten und einzigen gemeinsamen Nacht von Romeo und Julia schildert und alles andere diskret verschweigt, wird in der Version des "Spaß am Lesen Verlages" Klartext geredet: "Sanft streichelt Romeo Julias Körper. 'Du bist so schön', sagt er leise ... Er küsst ihren Hals und ihre Brüste."
Die Szene ist komplett erfunden, in "Romeo und Julia" existiert sie jedenfalls nicht. Puristen werden einwenden, dass die Geschichte damit nur noch den Plot des Dramas benutzt, aber mit Shakespeares Kunstwerk, mit dessen vielschichtiger Sprache nichts mehr gemein hat. Der Sänger Stefan Gwildis, der den Text im Mai in der Hamburger Stiftung Alsterdorf vorgetragen hat, argumentiert jedoch ganz anders: "Das ist eine geile Geschichte. Warum soll man sie diesen Menschen nicht mit einfachen Worten erzählen?"
Der Siegeszug der Einfachen Sprache macht inzwischen auch vor den Bastionen der Leichten Sprache nicht mehr halt. So findet sich auf der Homepage des Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag, Anton Hofreiter, zwar ein entsprechendes Logo, aber wo Leichte Sprache draufsteht, ist nicht immer Leichte Sprache drin: "Mein Name ist Toni Hofreiter. Ich bin ein Politiker von den Grünen", heißt es dort zunächst noch ganz regelkonform. Dann aber ist von "SolarAnlagen und Umweltschutz" die Rede, es folgen Nebensätze und Negationen.
Die Erklärung: Hofreiters Seite wird regelmäßig aktualisiert – freilich nicht von den professionellen Übersetzern des Netzwerks Leichte Sprache, sondern von einem Mitarbeiter des Politikers, der das nebenbei erledigt. "Einfache Sprache reicht da vollkommen aus", meint Hofreiter, "wichtig ist vor allem, dass die Menschen uns verstehen."
* Die Abbildungen zeigen Piktogramme, wie sie zur Illustration von Texten der Leichten Sprache verwendet werden.
** Ursula Bredel, Christiane Maaß: "Leichte Sprache. Theoretische Grundlagen, Orientierung für die Praxis". Dudenverlag, Berlin; 560 Seiten; 39,99 Euro.
Von Martin Doerry

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