27.08.2016

HausmitteilungBetr.: Titel, Kretschmann, China

Lohnt es sich für Schüler und Eltern, mit aller Macht nach guten Noten zu streben? Verbauen sich Kinder ohne Spitzenabschluss ihre Zukunft? Für die Recherche zur Titelgeschichte traf SPIEGEL-Redakteurin Kerstin Kullmann Gesprächspartner, die das Leben jenseits der Schule in den Blick genommen haben. Wolfgang Herrmann, Rektor der Technischen Universität München, begann schon vor Jahren, den Zugang über den Numerus clausus abzubauen. Die besten Noten, sagt er, ergäben nicht die besten Forscher, Ingenieure oder Ärzte. In Auswahlgesprächen achteten er und seine Kollegen vielmehr auf Neugier und Begeisterung der Bewerber. In Bremen traf Kullmann Schüler der Gesamtschule Ost, wo Zeit für das Miteinander als Klasse im Stundenplan verankert ist. In Osnabrück fand der Psychologe Julius Kuhl heraus, dass die starken Sorgen der Eltern häufig sogar in schlechtere Schulnoten der Kinder münden. Im Rückblick ist Kullmann ihren Eltern dankbar dafür, dass sie lediglich zweimal im Jahr nach Noten gefragt haben: dann, wenn Zeugnisse unterschrieben werden mussten. Seite 94

Winfried Kretschmann, Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident, hat eine Karriere gemacht, die viele beeindruckt, auch ihn selbst – Kretschmann, zurzeit einer der beliebtesten Politiker Deutschlands, ist als neuer Bundespräsident im Gespräch, die Kanzlerin sucht seine Nähe. Als SPIEGEL-Autor Markus Feldenkirchen ihn am vorigen Sonntag fragte, was er gleich beim Essen mit Angela Merkel besprechen werde, zuckte Kretschmann zusammen: "Woher wissen Sie von dem Termin?" Die Einladung zum Abendessen ins Kanzleramt sollte geheim bleiben; wer in der Politik eine Schlüsselrolle spielen will, muss, unter anderem, verschwiegen sein. Für Feldenkirchen war das Treffen mit Kretschmann in Berlin der Abschluss einer langen Recherche, für die er mit zahlreichen Weggefährten und Widersachern sprach. Sein Eindruck: Das Image eines leutseligen Mannes, der anständiger ist als der Rest der Politiker, ist auch Produkt einer geschickt geplanten Inszenierung. Seite 14

Die Seidenstraße ist die berühmteste Handelsroute der Geschichte, jahrhundertelang verband sie das Mittelmeer mit Ostasien. Die politische Führung Chinas hat nun Großes vor: Sie will eine "neue Seidenstraße" schaffen, mit Eisenbahntrassen, Autobahnen und Pipelines. Autor Erich Follath ist in Chinas wilden Westen gereist, wo viele der kühnen Projekte Gestalt annehmen, zudem hat er in Kasachstan und Kirgisistan recherchiert. Viele der Nachbarn Chinas hofften auf eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse durch verstärkten Handel, sagt Follath, fürchteten aber auch die Dominanz Chinas – je weiter entfernt von Peking, desto positiver sei die Reaktion. Im nächsten Heft beschreibt Peking-Korrespondent Bernhard Zand Teil zwei des chinesischen Plans, die "maritime Seidenstraße". China baut weltweit neue Häfen – und sichert sich so politischen wie wirtschaftlichen Einfluss. Seite 80

DER SPIEGEL 35/2016
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