27.08.2016

Pop / Live

Sorry, Justin Bieber ist jetzt erwachsen. Oder etwa doch nicht? Berlin 14. 9., München 16. 9., Köln 18. 9.
Jeder Teeniestar, der erfolgreich bleiben will, muss sich vom braven Image der frühen Jahre emanzipieren. Sonst verliert er seine Fans, die, wenn sie älter werden, ihre alten Vorlieben oft peinlich finden. Deshalb Biebers Eskapaden der vergangenen Jahre: betrunken Auto fahren, auf allen vieren ein brasilianisches Bordell verlassen, sich prügeln, mit Eiern auf das Nachbarhaus seiner Villa werfen. Und jetzt? Im Video zu "Sorry", einer seiner jüngsten Singles, kam Bieber gar nicht selbst vor. Dann beschimpfte er spanische Radiomoderatoren, weil er ihre Fragen zu blöd fand. Das war fast noch eigenartiger – denn dass man ihm kluge Fragen stellen könnte, war bislang nicht Teil seines Image. In Norwegen schließlich rannte Bieber von der Bühne, weil er fand, das Publikum habe nicht konzentriert genug zugehört, und einen anderen Auftritt brach er ab, weil die Fans nicht im Rhythmus geklatscht hatten. Das allerdings grenzt schon an Realitätsverlust. Ging es bei Popmusik jemals darum, den Takt zu halten? Hat der liebe Gott dafür nicht den Jazz erfunden? Irgendetwas in Justin Biebers Leben und Karriere ist auf eine interessante Art und Weise schiefgegangen. Anders als Robbie Williams oder Justin Timberlake scheint dieser ehemalige Teeniestar, mittlerweile 22, sich nicht mit dem Erwachsenwerden anfreunden zu können. Die Phase der Rebellion geht nicht in eine Phase der Reife über. In einer gewissen Art macht ihn das natürlich wieder interessant. Vielleicht ist das der Trick.
Tobias Rapp

Weitere Konzerte

L7. In den Neunzigern zählten L7 zu den Riotgirls. Berlin 30.8., Hamburg 2. 9., München 3. 9., Zürich 6. 9., Köln 7. 9.
Boss Hoss. Sie sind in "The Voice of Germany" im Fernsehen. Sie haben ein Kinderbuch gemacht. Auch die Musik für diverse Werbeclips kommt aus ihrem Studio. Wer Boss Hoss noch nicht überhat – sie sind auch auf Tour. Rottenburg 1. 9., Erfurt 2. 9., Saarbrücken 3.9., Altusried 4. 9., Dresden 9. 9., Lingen 10. 9., Flensburg 11. 9.
Black Oak. Hinter dem holzfällerhemdartigen Hipster-Bandnamen verbirgt sich ein holländisches Folkrockduo. Wunderbare Musik für Paare, die mit dem iPhone am Lagerfeuer sitzen. Dortmund 7. 9., Mainz 8. 9., Erfurt 9. 9., Dresden 10. 9., Jena 11. 9., Mannheim 12. 9., Freiburg 13. 9.
Von Tobias Rapp

DER SPIEGEL 35/2016
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