27.08.2016

Kino

„Absolutely Fabulous„ feiert den Hedonismus der Neunzigerjahre. Ab 8. September.
Edina und Patsy brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. Champagner auf jeden Fall, definitiv auch Zigaretten, vielleicht etwas Kokain. Als 1992 die erste Folge von "Absolutely Fabulous" in der BBC lief und die beiden Londoner PR-Ladys auf das Publikum losgelassen wurden, waren die zwei so etwas wie symptomatische Höllengeburten der beginnenden Neunzigerjahre: zynisch, kaputt, oberflächlich, grenzenlos egoman. Aber auch unbeschreiblich witzig, weswegen jahrelang immer wieder ein paar Folgen produziert wurden. 39 Episoden sind es geworden, voller respektloser Späße über zwei Frauen, die wie Bulldozer durch ihr Leben walzen, ohne Rücksicht auf Verluste, immer geradewegs auf den nächsten Abgrund zu. Nun gibt es endlich den lange versprochenen Kinofilm – die Welt hat sich innerhalb des letzten Vierteljahrhunderts weiterentwickelt, aber Eddie (Jennifer Saunders) und Patsy (Joanna Lumley) sind noch genau die großartigen Wracks, die sie immer waren. Es gibt eine Art Handlung (Eddie bringt aus Versehen Kate Moss um und muss mit Patsy nach Südfrankreich fliehen), aber die ist nur der Vorwand, die beiden dabei zu beobachten, wie sie unbekümmert der nächsten Katastrophe entgegensteuern und sich danach auf den Schreck erst mal ein Gläschen Schampus gönnen. Fabelhaft, absolut.
Daniel Sander


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Von Daniel Sander

DER SPIEGEL 35/2016
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