27.08.2016

Games

In dem Computerspiel „Deus Ex: Mankind Divided“ kämpfen Menschen gegen Menschmaschinen. Square Enix.

Die Zukunft ist nur ein Spiegel der Gegenwart. Zumindest drängt sich diese Interpretation bei "Deus Ex: Mankind Divided" auf. Das dystopische Spiel ist eine Mischung aus Action- und Schleichspiel und der neue, fünfte Teil einer Serie, die im Jahr 2000 von dem unter Fans legendären Entwickler Warren Spector entworfen wurde. Bis heute lebt sie von ihrer immer weiter ausgebauten spielerischen Freiheit. In dem bei Eidos Montreal entwickelten "Mankind Divided" geht es auf den ersten Blick um die Frage, wo das Mensch- sein aufhört und die Maschine anfängt. Sogenannte Technos, Menschen, die mithilfe von Technikimplantaten oder Prothesen optimiert sind, stehen Menschen gegenüber, die das ablehnen. Terrorakte vergrößern die Spaltung der Welt noch, sie werden befeuert von den Medien, die Zwietracht und Angst schüren – Parallelen zur heutigen Weltlage sind offensichtlich. Die Drahtzieher der Anschläge sollen gefunden werden: Das ist die Aufgabe von Adam Jensen, dem Proatgonisten des Spiels. Der Geheimagent Jensen kann mit seinen implantierten Hilfsmitteln – je nach Vorliebe der Spieler – verdeckt vorgehen und durch Luftschächte schleichen, sich in Sicherheitssysteme und Computer hacken oder auch scharfe Waffen benutzen. Schauplatz des Spiels ist das Prag einer düsteren Zukunft, eine Stadt in einem Polizeistaat. Schon in der Architektur ist das zu erkennen: Alte Häuser verschmelzen mit stählernen Sperren, die Armen vegetieren in modifizierten Plattenbauten dahin. Das große Verdienst von "Mankind Divided" ist nicht die Geschichte, die zwischendurch an Fahrt verliert und zu einem eher unbefriedigenden Ende führt. Es ist der Wille, Zwischentöne zu finden in einer Welt, die immer stärker polarisiert scheint.
Carsten Görig


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Von Carsten Görig

DER SPIEGEL 35/2016
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