03.09.2016

HausmitteilungBetr.: Titel, Sawtschenko, Müller-Wohlfahrt

Ein Rennen ist im Gange, ein Wettlauf zwischen Mensch und Maschine – und es sieht nicht gut aus. "Wenn wir nicht schneller werden, gewinnen die Maschinen", warnt Sebastian Thrun, einst Vordenker bei Google, jetzt einer der Gründer der Onlineakademie Udacity im Silicon Valley. Dort zeichnet sich bereits ab, wie künstliche Intelligenz alles verändert: Jetzt werden auch Büro- und Servicejobs entbehrlich – bedroht ist die Mittelschicht. Wenn Algorithmen Verträge prüfen, was bleibt für Rechtsgehilfen zu tun? Wenn Roboter das Warenlager organisieren, was wird aus den Kommissionierern? Geht uns allen die Arbeit aus? "Ganze Berufsgruppen werden überflüssig oder verändern ihr Profil", sagt Wirtschaftsredakteur Alexander Jung, "aber es gibt auch Jobs, die relativ sicher sind." Seite 10
Als Nadija Sawtschenko, Hubschrauberpilotin, gefeierte Heldin und neuer Politikstar in der Ukraine, zum ersten Treffen mit SPIEGEL-Redakteur Christian Neef erschien, da trug sie flache, schwarze Schuhe – und Neef staunte. Denn üblicherweise geht Sawtschenko mit Vorliebe barfuß durchs Leben: Barfuß stieg sie aus dem Flugzeug, das sie nach ihrer Haft in Russland zurück nach Kiew gebracht hatte, und barfuß trat sie auch ans Rednerpult zu ihrer ersten Rede im Parlament. "Zehn Jahre", erklärte Sawtschenko, "habe ich meine Füße in Kampfstiefel gesteckt, damit ist Schluss." Auch künftig werde sie, wenn sie Lust habe, ihre Schuhe ausziehen, selbst im Fernsehen – weil es sie freier mache. Wegen solcher Statements und dank ihrer Direktheit steht Sawtschenko oben auf der Beliebtheitsskala ukrainischer Politiker; sie wird gar von manchen als künftige Präsidentin gehandelt. Seite 84
Dass es um die Finanzen des Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt eher schlecht stand, hatten die SPIEGEL-Redakteure Rafael Buschmann, Udo Ludwig und Antje Windmann vor mehr als einem Jahr herausgefunden: Die wichtigste Firma des wohl berühmtesten deutschen Sportmediziners war bilanziell überschuldet. Mehrmals schien es, als ob Müller-Wohlfahrt, seit 21 Jahren auch zuständig für die deutsche Fußballnationalelf, mit dem SPIEGEL reden würde. Doch dann sagte sein Medienanwalt das Interview ab, später stellte er Bedingungen, die der SPIEGEL als seltsam empfand – Fragen zur finanziellen Situation sollten ausgespart bleiben. Müller-Wohlfahrts Ehefrau Karin hatte zuvor weniger Scheu gezeigt, öffentlich darüber zu sprechen. Das SPIEGEL-Team konnte recherchieren, dass der 74-jährige Müller-Wohlfahrt sich offenbar die Kontrolle über seine Finanzen hat aus den Händen nehmen lassen. Warum? "Das kann wohl nur einer wirklich erklären", sagt Ludwig. Seite 100

DER SPIEGEL 36/2016
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