03.09.2016

Region WerraTrinkwasser gefährdet

Der Kasseler Kali-Konzern K+S gefährdet mit der Verpressung von Salzlauge in den Untergrund offenbar das Trinkwasser der hessisch-thüringischen Werra-Region. Nach Prognosen, die zur weiteren Genehmigung der Abwasserentsorgung angefordert wurden, werde es in einigen Trinkwasserbrunnen selbst bei einem "sofortigen Stopp der Versenkung" zu einem "weiteren Anstieg der Chlorid-Konzentration kommen", heißt es in einer E-Mail des hessischen Umweltministeriums an das Regierungspräsidium Kassel. Zudem könne sich für viele Brunnen eine "deutliche Überschreitung" des Grenzwertes von Chlorid im Trinkwasser ergeben – ein Umstand, den das Unternehmen bisher bestritten hatte. Die neuen Zahlen beziehen sich auf ein komplexes 3-D-Modell, bei dem die Auswirkungen der Versenkung simuliert werden. Das Regierungspräsidium bestätigt die Werte, verweist jedoch darauf, dass das Modell noch nicht endkalibriert sei. Blieben die Werte allerdings so, "wäre eine Versenkgenehmigung zu versagen". Auch ein Umweltbüro hat in einem Behördengutachten berechnet, dass bei 28 von 49 Trinkwassergewinnungsanlagen der Grenzwert für Chlorid bis 2050 überschritten werde. K+S will sich unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht zu den neuen Prognosen äußern, man sei jedoch "unverändert von der vollen Genehmigungsfähigkeit" der Laugenverpressung überzeugt. Derzeit darf der Konzern nur vorübergehend bis zum Jahresende geringe Mengen versenken. Bis dahin muss K+S die Behörden von der Unbedenklichkeit der Methode überzeugt haben, sonst droht ein Produktionsstopp.
Von Stw

DER SPIEGEL 36/2016
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