01.10.2016

HaitiRückkehr als Wahlkämpfer

Ein Gespenst der Vergangenheit ist vor der Präsidentschaftswahl am 9. Oktober wieder aufgetaucht: der umstrittene Expräsident Jean-Bertrand Aristide, 63. Der einstige Armenpriester wirbt in den Elendsvierteln für Maryse Narcisse, 57, die Kandidatin seiner Partei Lavalas. Aristide strebe kein politisches Amt mehr an, versichert die Kandidatin. Doch Beobachter bezweifeln, dass der Expräsident ohne Eigennutz für sie kämpft: "Ihr Sieg würde es Aristide erlauben, aus dem Schatten mitzuregieren", so der amerikanische Haiti-Experte Henry Carey. Aristide war im Jahr 2011 aus dem Exil zurückgekehrt. In den Achtzigerjahren hatte er den Widerstand gegen Diktator Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier angeführt. 1990 kam er an die Macht, ein Jahr später putschte das Militär gegen ihn. 1994 kehrte er, von der US-Regierung unterstützt, ins Präsidentenamt zurück – und bestimmte zehn Jahre lang Haitis Politik. Kritiker warfen ihm vor, in Korruption und Drogenhandel verwickelt zu sein. Aber in den Slums hat Aristide bis heute viele Anhänger. Narcisse werden bei einer wohl notwendigen Stichwahl Chancen eingeräumt.
Von Jgl

DER SPIEGEL 40/2016
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