13.09.1999

EMS-SPERRWERKSind Fische blöd?

EU-Generaldirektor James Currie warnt vor einem "Massenfischsterben und Kleintiersterben", falls das umstrittene Ems-Sperrwerk in Gandersum bei Leer tatsächlich gebaut werden sollte. Eine "Verletzung von europäischem Umweltrecht" sei zwar "nicht mehr erkennbar", so Currie in einem Brief an Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier. Die Verödung der Ems sei aber absehbar, wenn der Fluss wie geplant mit Meerwasser aufgefüllt und gestaut werde, um Luxusliner der Papenburger Meyer-Werft in die offene See zu überführen. Die zuständige Bezirksregierung Weser-Ems hält die Warnung aus Brüssel jedoch für "völlig abwegig". Die Fische der Ems seien "ja nicht blöd" und außerdem an Salzwasser gewöhnt - sie würden eben emsaufwärts schwimmen, "wenn denen das Wasser zu salzig wird". Der Bau des 350 Millionen Mark teuren Sperrwerks, Ende vergangenen Jahres per Gerichtsbeschluss gestoppt, soll ab Mitte Oktober fortgesetzt werden. Bis dahin will das Land alle erneuten Einwendungen von Anwohnern und Umweltverbänden prüfen.

DER SPIEGEL 37/1999
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