12.11.2016

VenezuelaMächtige Dealer

US-amerikanische Ermittlungen legen den Verdacht nahe, dass Familienangehörige von Staatschef Nicolás Maduro am internationalen Drogenhandel beteiligt sind. Zwei Neffen seiner Ehefrau waren vor einem Jahr auf Haiti verhaftet worden, jetzt stehen sie in New York vor Gericht. Sie sollen geplant haben, 800 Kilogramm Kokain in die USA zu schmuggeln. Drogenfahnder und Regierungsgegner glauben schon länger, dass Venezuelas Regierung den Schmuggel von Rauschgift aus den Beständen der kolumbianischen Links-Guerilla Farc erleichtert und womöglich selbst davon profitiert. Die beiden Neffen waren auf einen Spitzel der US-Antidrogenbehörde DEA hereingefallen, der sich als Mittelsmann ausgegeben hatte. Sie hatten Diplomatenpässe und führten ein Luxusleben. Sie erzählten, dass sie beste Kontakte zu den Farc und zur venezolanischen Regierung hätten. Der DEAInformant nahm die Gespräche heimlich auf. Aus den Mitschnitten soll hervorgehen, dass das Geld aus dem geplanten Drogenhandel für einen Wahlkampf von Maduros Ehefrau vorgesehen war. Das Präsidentenpaar bestreitet, irgendetwas mit Drogenhandel zu tun zu haben, und wirft der US-Regierung vor, sie konspiriere gegen Venezuela. In Caracas ist es ein offenes Geheimnis, dass Venezuela in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Umschlagsplatz für Kokain aus Kolumbien geworden ist.
Von Jgl

DER SPIEGEL 46/2016
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